Wahl in den Niederlanden
Mehr Hollande oder doch Merkel?

Bei den Wahlen in den Niederlanden könnte es knapp werden - derzeit sind Sozialdemokraten und Liberale gleichauf. Es geht darum, in welche Richtung das Land europapolitisch steuert: Mehr Merkel oder mehr Hollande?
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Den HaagVor Kurzem noch standen in den Niederlanden alle Zeichen auf Sieg für die Sozialisten bei der Parlamentswahl am Mittwoch. Inzwischen jedoch hat sich das Blatt gewendet - in Umfragen liegen nun die rechtsliberale VVD von Ministerpräsident Mark Rutte und die sozialdemokratische PvdA gleichauf an der Spitze. Während die einen für den Sparkurs im Sinne von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind, stehen die anderen eher für Wachstumsprogramme im Sinne von Frankreichs Präsident François Hollande.

Zu Beginn des Wahlkampfes noch galt die PvdA als großer Verlierer der Wahl am 12. September. Doch jetzt hat sich die Partei von Diederik Samsom zurück an die Spitze der Umfragen gekämpft, wo sie am Montag ebenso wie die VVD auf 35 der 150 Parlamentssitze kam. Beobachter sehen den Grund für den Aufstieg der PvdA vor allem bei Samsom selbst.

"Samsom ist in den TV-Duellen sehr entspannt, vor allem, weil er seine Themen extrem gut kennt", sagt Politikwissenschaftler Bert van den Braak von der Universität Leiden. Der Spitzenkandidat der sozialistischen Partei (SP), Emile Roemer, dagegen sei wiederholt ins Straucheln geraten. Andre Krouwel, Politologe an der Universität Amsterdam, sagt, der 41-jährige Samsom gebe das Bild "eines potenziellen Ministerpräsidenten" ab.

Zwar sind sowohl PvdA als auch SP gegen weitere Sparmaßnahmen in der Eurokrise und fordern stattdessen verstärkte Wachstumsimpulse, doch ist die PvdA weitaus weniger radikal als die "harte Linke". Am Streit über den Sparkurs war auch die Regierung im April gescheitert: Die rechtpopulistische Freiheitspartei (PVV) von Geert Wilders wollte die Maßnahmen nicht mittragen und warf das Handtuch. Beobachtern zufolge wird die PVV bei der zweiten Parlamentswahl innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren einige ihrer derzeit 24 Sitze verlieren und bei einer Regierungsbildung kaum eine Rolle spielen.

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