Wahl in der Ukraine
Die Orangenen raufen sich zusammen

Nach ersten Auszählungen liegt in der Ukraine das Bündnis der früheren Regierungschefin Julia Timoschenko vorn. Nach derzeitigem Stand wird sie eine Koalition der liberalen Kräfte anführen. Der Streit im Lager der „Orangenen Revolution“ tritt in den Hintergrund.

HB KIEW. Auf Timoschenkos Wahlblock entfielen 28,5 Prozent der Stimmen, wie die Wahlleitung nach Auswertung von knapp 2,5 Prozent der Stimmzettel am Montagmorgen in Kiew mitteilte. Auf dem zweiten Platz lag demnach das Bündnis von Präsident Viktor Juschtschenko – Unsere Ukraine – mit 20,1 Prozent vor der oppositionellen Partei der Regionen von Viktor Janukowitsch mit 17,8 Prozent.

Da in den ukrainischen Regionen die Wahlergebnisse sich deutlich voneinander unterscheiden, können sich die Ergebnisse im Verlauf der Auszählung durchaus noch ändern. In Wählerbefragungen am Sonntag hatte sich ein Sieg der an Russland orientierten Partei der Regionen abgezeichnet. Bei der Bürgermeisterwahl in der Hauptstadt Kiew lag Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko nach ersten Auszählungen deutlich hinter dem Amtsinhaber Alexander Omeltschenko.

Noch in der Wahlnacht hatten die zerstrittenen Führer der „Orangenen Revolution“, Juschtschenko und Timoschenko, wieder eine gemeinsame Regierung vereinbart. Sprecher der Präsidentenpartei erklärten, man werde eine Rückkehr Timoschenkos in das Amt der Ministerpräsidentin akzeptieren. Timoschenko sagte, sie wolle in der Regierung Änderungen an den umstrittenen Gasabkommen mit Russland durchsetzen.

Die 45-jährige Timoschenko war im September von Juschtschenko abgesetzt worden. Vier Monate später sprach das Parlament der neu gebildeten Regierung im Streit um das Gasabkommen mit Russland das Misstrauen aus. Hinter dem Votum stand als treibende Kraft die Politikerin mit dem geflochtenen Haarkranz. „Wenn Juschtschenko und Timoschenko eine gemeinsame Basis finden, wird es eine Mischung ihrer jeweiligen Politik geben: populistischer als Juschtschenko es gerne hätte, weniger liberal als Juschtschenko es sich vorstellt“, sagte Hleb Wischlinski vom Wahlforscher Gfk-USM Ukraine. „Timoschenko wird ihre Politik der Sozialausgaben mit erhöhtem Risiko für die Inflation fortsetzen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%