Wahl in Ecuador
Lenín Moreno klar vorn

Lenín Moreno setzt auf die Fortsetzung der „Bürger-Revolution“ - und gewinnt. Der Kandidat der Regierungspartei Ecuadors liegt in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl deutlich vorn. Eine Stichwahl steht wohl bevor.
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QuitoDer linke Regierungskandidat Lenín Moreno hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Ecuador deutlich gewonnen, muss aber wohl in eine Stichwahl. Er kam nach dem vorläufigen Ergebnis auf 38,26 Prozent, wie die nationale Wahlbehörde Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte.

Moreno will den linken Kurs von Präsident Rafael Correa fortsetzen, der nach zehn Jahren an der Macht nicht mehr angetreten war. Auf Platz zwei lag mit 29,86 Prozent der konservative Politiker Guillermo Lasso. Er will neben einem Politikwechsel auch das Asyl für Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft in London beenden.

Damit würde Moreno sehr knapp einen Wahlsieg schon in der ersten Runde verpassen - eine Stichwahl ist für den 2. April angesetzt worden. Für einen Sieg in der ersten Runde muss ein Kandidat 40 Prozent erreichen und zugleich zehn Prozentpunkte vor dem Zweiten liegen. Auf Platz drei landete die einzige Frau unter den acht Kandidaten, Cynthia Viteri von der Christsozialen Partei (15,4 Prozent). Insgesamt waren 12,8 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen.

Die Ecuadorianer hätten für die Fortsetzung der „Revolution der Bürger“ gestimmt, sagte der seit einem Raubüberfall im Rollstuhl sitzende Moreno in einer ersten Reaktion. „Lasst uns diesen Prozess fortführen.“ Der Autor mehrerer Bücher über den Humor war unter Correa bereits Vizepräsident und hatte 2013 bei seinem Rücktritt von dem Amt gesundheitliche Gründe angegeben und eigentlich verkündet, keinen Posten mehr anzustreben. Er dankte Correa, der das Land so lange regiert hat wie kein Präsident seit Gründung der Republik 1830.

Der 53-jährige Ökonom Correa hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet. „Rafael, unser Freund, das Volk ist mit Dir“ sangen Anhänger bei der Veranstaltung der Regierungspartei Allianza País. Dank lange sprudelnder Einnahmen aus dem verstaatlichten Ölgeschäft wurden in Correas Amtszeit neue Straßen, Flughäfen, Kraftwerke und Krankenhäuser gebaut.

Die Armutsquote sank deutlich; Bildungsmöglichkeiten gerade für untere Einkommensschichten wurden verbessert. Die Wirtschaft wuchs in seiner Amtszeit im Schnitt um 1,5 Prozent pro Jahr. Für Kritik sorgten der autoritäre Führungsstil und die Umweltzerstörungen durch die Ölförderung im Amazonasgebiet, besonders im Yasuní-Nationalpark. Als der Ölpreis fiel, gerieten auch die Reformprogramme Correas unter Druck, es zeigte sich das Risiko der starken Öl-Abhängigkeit. Mehrere Steuern mussten erhöht werden. Moreno hatte angekündigt, bis zu zwei Milliarden Dollar (1,883 Milliarden Euro) zusätzlich in Sozialprogramme zu investieren - aber die Ölpreis-Abhängigkeit und die jüngste Rezession sind eine Bürde.

Unglücklich verlief der Wahlsonntag für den weit abgeschlagenen Patricio Zuquilanda: Begleitet von mehreren Anhängern erschien der Politiker von der Partei Sociedad Patriótica am Sonntag um Punkt 08.00 Uhr im Wahllokal in Cumbaya, 20 Minuten von der Hauptstadt Quito entfernt - aber der zuständige Wahlleiter des Lokals war noch nicht da. So konnte er nicht seine Stimme abgeben. Er bekam aber ein Zertifikat, dass er in dem Lokal erschienen war - als Beleg für die Erfüllung der Wahlpflicht. Für 18- bis 65-Jährige gilt Wahlpflicht. Damit mit klarem Kopf gewählt wird, galt zudem ein Alkoholverbot.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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