Wahl in Frankreich
Ab durch die Mitte

Im Kampf um die Nachfolge von Jacques Chirac haben sich die Franzosen für die klassische Konfrontation entschieden. Der konservative Ex-Innenminister Nicolas Sarkozy und die Sozialistin Ségolène Royal gehen in zwei Wochen in die Stichwahl um das Amt des Staatschefs.

PARIS. In den nächsten zwei Wochen wird es somit in Frankreichs Spitzenpolitik heiß hergehen. Neben dem öffentlich geführten Wahlduell zwischen Ségolène Royal und Nicolas Sarkozy werden die Verhandlungen hinter den Kulissen mit dem Zentristen François Bayrou von großer Bedeutung sein. Denn mit einem Ergebnis von um die 18 Prozent zieht dieser zwar nicht in die Stichwahl ein. Doch seine Wähler werden großen Einfluss darauf haben, wer am 6. Mai Frankreichs neuer Staatspräsident wird.

Trotz des Vorsprungs von rund fünf Prozentpunkten vor seiner sozialistischen Konkurrentin Ségolène Royal hat der UMP-Kandidat Nicolas Sarkozy die Wahl noch nicht in der Tasche. Zur Erinnnerung: Bei der Präsidentschaftswahl 1995 landete Jacques Chirac im ersten Wahlgang nur an zweiter Stelle.



Präsidentschaftswahl in Frankreich
(vorläufiges Endergebnis)

 
31,11



25,84



18,55



10,51



13,99



Sarkozy


Royale


Bayrou


Le Pen


Sonstige




Nicolas Sarkozy erklärte, dass für ihn das Ergebnis mit der hohen Wahlbeteiligung Ausdruck des „Wunsches der Franzosen ist, eine klare Konfrontation der Ideen“ im zweiten Wahlgang zu haben. Er werde sich diesem Wettstreit der Ideen stellen und bekräftigte seine Positionen, wie etwa die Wiederherstellung des Wertes der Arbeit in der französischen Gesellschaft. Er wolle nun alle Franzosen „hinter den neuen französischen Traum“ versammeln.

Dominique Strauss-Kahn von den Sozialisten relativierte den Abstand von Ségolène Royal zu Sarkozy: „Dieser Abstand ist fiktiv, denn alle anderen Kandidaten der Links-Parteien werden zur Wahl von Royal aufrufen.“ Zusammen kommen die anderen Kandidaten des linken Lagers laut den Hochrechnungen auf zwölf Prozent. „Ein Sieg ist also möglich“, so Strauss-Kahn. Die Kandidatin der französischen Grünen, Dominique Voynet, die weniger als zwei Prozent holte, rief noch am Sonntag-Abend ihre Wähler dazu auf, für Royal im zweiten Wahlgang zu wählen.

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