Wahl in Israel
Likud gewinnt Parlamentswahl deutlich

Netanjahus Likud-Partei hat die Wahl in Israel mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Zuvor sah es noch nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Herausforderer Herzog aus. Mit der Regierungsbildung soll es nun schnell gehen.
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JerusalemRegierungschef Benjamin Netanjahu hat die israelische Parlamentswahl mit einem weitaus deutlicheren Vorsprung gewonnen als am Wahlabend angenommen. Nach Auszählung von nahezu allen abgegebenen Stimmen erreichte Netanjahus Parteienbündnis Likud 30 der 120 Parlamentsmandate. Der Herausforderer Izchak Herzog kam mit der Zionistischen Union lediglich auf 24 Sitze. Befragungen am Wahlabend hatten noch prognostiziert, dass die beiden stärksten Kräfte nahezu gleich aufliegen würden.

Netanjahu wird es nun relativ einfach haben, eine mehrheitsfähige Regierungskoalition aufzustellen. Als voraussichtliche Bündnispartner gelten nationalistische und religiöse Parteien. Nach seinem Wahlsieg hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mögliche Koalitionspartner zu sofortigen Gesprächen eingeladen. Er wolle die Bildung einer Regierung binnen zwei oder drei Wochen abschließen, berichteten israelische Medien am Morgen.

Das Zionistische Lager von Izchak Herzog schrieb am Mittwoch in einer Mitteilung, es sei ein „schwerer Morgen für uns und jene, die an unsere Vision geglaubt haben“. Man werde weiterhin „im Namen der Bürger Israels für soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Demokratie kämpfen“. Gleichzeitig gratulierte Herzog Netanjahu telefonisch zum Sieg. „Ich habe ihn zu seinem Erfolg beglückwünscht und ihm alles Gute gewünscht“, sagte Herzog bei einer improvisierten Pressekonferenz in seinem Wohnort Tel Aviv.

Eine vierte Amtszeit Netanjahus ist nach den jüngsten Ergebnissen sehr wahrscheinlich – nur über die Regierungskonstellation herrscht noch Unklarheit. Möglich wäre neben einer Regierung des rechten Lagerns auch eine große Koalition aus Likud und Zionistischem Lager. Diese Lösung würde vom israelischen Präsidenten Reuven Rivlin bevorzugt. Vor der Wahl hatten sich allerdings sowohl Netanjahu als auch Herzog dagegen ausgesprochen.

Netanjahu betonte vor der Wahl, dass es unter ihm als Regierungschef keinen Palästinenserstaat geben werde. Der Likud-Chef hatte am Wahltag mit Warnungen vor „Massen arabischer Wähler“ scharfe Kritik ausgelöst. „Kein westlicher Politiker würde es wagen, solche rassistischen Kommentare abzugeben“, schrieb Shelly Jachimovich vom Zionistischen Lager.

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  • In Israel bleibt alles beim Alten.
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    Netanjahu kann weiterregieren, Herzog ist abgeschlagen.
    Netanjahu ist gegen eine Zwei-Staaten-Lösung, Herzog dafür.
    Herzog ist gegen den Siedlungsbau, Netanjahu will ihn ausbauen.
    Netanjahu warnt vor Islamisten und dem IS in Israel.
    Netanjahu warnt vor dem iranischen Atomprogramm.

    Die Wähler haben sich entschieden!

  • Es wäre zu schön gewesen, wenn endlich gemäßigte Politiker an die Macht gekommen wären!

    Wieder dieser hardliner mit ständigem, über Jahre hinweg, gleichem Drohgebaren!

    Dass er den Menschen sozusagen die Angst eintrichtert, hat man in vielen Berichten von seinem Wahlkampf hören können. Das scheint der größte Faktor bei der Wahlentscheidung gewesen zu sein!

    Irgendwie kann ich nicht verstehen warum Israel nicht gezwungen wird endlich eine friedliche Lösung für ein gemeinsames Zusammenleben mit den Palästinensern zu finden!?

    Der kann ganze Landstriche in Schutt und Asche legen und die Kommentare von Politikern hier halten sich sehr in Grenzen!

  • @A. Knoll: Der Kommentar ist gar nicht so unpassend. Leider wird über das fürchterlich kindische "Mutti" die Aussagekraft deutlich geschmälert. Vielleicht beim nächsten Mal weglassen?

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