Wahl in Kasachstan
Fast alle wählen den Alten

Die Präsidentenwahl in Kasachstan hat ein sowjetisches Ergebnis: 97,7 Prozent stimmen für den seit 1990 regierenden Amtsinhaber, 95 Prozent der Kasachen gehen zur Wahl. Die Probleme des Landes bleiben indes ungelöst.
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AstanaDer seit 1990 regierende kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew ist erneut wiedergewählt worden. Bei der Wahl am Sonntag erzielte er ein geradezu altsowjetisches Ergebnis mit 97,7 Prozent bei einer Rekordbeteiligung von 95 Prozent der Wahlberechtigten, teilte die Wahlkommission am Montag mit. Nasarbajew ist seit 1990 immer mit hohem Stimmenanteil im Amt bestätigt worden, nur einmal gewann er mit weniger als 90 Prozent der Stimmen.

Nominell traten bei der vorgezogenen Präsidentenwahl zwei Herausforderer gegen den 74-jährigen Nasarbajew an, ein Gewerkschafter und ein Kommunist. Die Plattform, für die das KP-Mitglied Turgut Sysdikow antrat, unterstützte zugleich Nasarbajew.

Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) monierten, dass es einen „kaum wahrzunehmenden“ Wahlkampf gegeben habe. Von daher überraschte auch die Rekordwahlbeteiligung. Allerdings sorgen die Behörden in Kasachstan üblicherweise dafür, dass die Wähler die Wahllokale aufsuchen.

Nasarbajew lobte in seiner Siegesrede am Sonntagabend die hohe Wahlbeteiligung. „Ohne das Vertrauen der Massen wäre es schwer, die derzeit anliegenden schwierigen Aufgaben zu Ende zu führen“, sagte er. „Die Rekordbeteiligung zeigt die Einigkeit des kasachischen Volkes und seinen Wunsch, in einem stabilen Staat zu leben.“

Nasarbajew hatte beunruhigt die Entwicklung in der Ukraine verfolgt, wo sich eine starke russische Bevölkerungsgruppe gegen die Regierung erhob. Auch in Kasachstan stellen Russen die größte Minderheitsgruppe mit fast einem Viertel der mehr als 17 Millionen Einwohner.

Zudem hat das ölreiche Kasachstan mit den Folgen des Ölpreisverfalls und der Rezession in Russland zu kämpfen, dem wichtigsten Handelspartner des mittelasiatischen Landes

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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