Wahl in Luxemburg Und ewig grüßt der Juncker

Gleich mehrere Skandale haben Luxemburg im Frühjahr erschüttert. Eine Folge: Ministerpräsident Juncker machte den Weg für Neuwahlen frei. In zwei Wochen ist es nun soweit. Und erstmals hat Juncker ernsthafte Konkurrenz.
  • Cordelia Chaton
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Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker ist seit 1995 im Amt – und will es auch bleiben. Quelle: dpa

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker ist seit 1995 im Amt – und will es auch bleiben.

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LuxemburgVor der Bäckerei Fischer am Luxemburger Busbahnhof Avenue Monterey stehen Büroangestellte Schlange um sich einen Sandwich zu kaufen. Eine junge Luxemburgerin blickt auf das Wahlplakat des Juncker-Herausforderers Etienne Schneider. „Das wär´ endlich mal ein anderes Gesicht“, sagt sie zu ihrer Kollegin in der Schlange. „Weißt Du, dass ich nur Juncker als Premier kenne?“, antwortet ihre junge Kollegin.

Womöglich bleibt es auch dabei: Die konservative Partei setzt jedenfalls auch bei den Wahlen in zwei Wochen auf ihren bewährten Kandidaten. Seit 1995 ist Jean-Claude Juncker, mittlerweile 58 Jahre alt, Premierminister des einzigen Großherzogtums der Welt – ein Dienstrekord in der Europäischen Union. Für die einen steht Juncker für den kleinen, klugen Landesvater, er steht für Sicherheit, er ist ein Teil ihres Landes. Die anderen können ihn nicht mehr sehen.

„Fair a stabil“ steht auf dem frisch geklebten Wahlplakat der Chrëschtlech Sozial Vollekspartei (CSV), die schon am Kreisverkehr der Autobahnausfahrt stehen. Spitzenkandidat Juncker muss sich am 20. Oktober vorgezogenen Neuwahlen stellen. Dann endet eine lange gemeinsame Regierungszeit. In 40 Jahren koalierte die CSV insgesamt 30 Jahre lang mit der Lëtzebuerger Sozialistesch Arbechterpartei (LSAP). Aber eine Reihe von Skandalen brachte die schwarz-rote Ehe sieben Monate vor dem regulären Wahltermin ins Wanken.

Etienne Schneider, derzeit Wirtschaftsminister und Spitzenkandidat der LSAP, erklärt, was geschah: „Der Geheimdienst hat mittels einer Uhr Gespräche mit Juncker aufgezeichnet; Zehntausende von Luxemburgern wurden abgehört. Es gab illegalen Auto- und Goldhandel, dem Staatsanwalt sollte eine fingierte Pädophilie-Geschichte unterstellt werden – und nie wurde etwas unternommen. Wir hatten einen Skandal um Bombenleger, Cargolux und den Geheimdienst. Das geht in einem Rechtsstaat nicht.“

Die Kritik, die sich auch an Juncker richtet, kommt nicht von ungefähr: Der 42-jährige Schneider selbst ist durchaus ambitioniert, er fühlt sich fit für die Nachfolge Junckers im Amt des Ministerpräsidenten. Ein erstes Opfer hat er schon gebracht: „Ich habe beim Antritt des Ministerpostens auf die Hälfte meines Gehalts verzichtet“, sagt der Volkswirt.

Damit umgarnt er seine Anhänger. Die meisten Fans hat Schneider im roten Süden Luxemburgs. Dort, wo die Stahlwerke mit Sozialplänen kämpfen, wählen mehr Menschen Rot als in der Hauptstadt. In Esch-sur-Alzette ist die Erde selbst noch ein bisschen rot – vom Eisenerz, sagen die Escher. In der Fußgängerzone diskutieren Passanten bei einem Schluck Bier im Bistro über den LSAP-Spitzenkandidaten. „Der kann den Bokassa vom Thron stoßen“, sagt ein rund fünfzigjähriger Mann mit Tüten zu seiner Begleiterin. „Zeit wäre es“, antwortet sie. „Der Juncker meint eh, er kann sich alles erlauben.“ Bokassa ist der Spitzname von Juncker, den ihm eine Satirezeitung wegen seiner Alleingänge gegeben hat.

Der Sozialist Schneider ist genauso pragmatisch in seiner Politik und genauso auf Macht aus wie Juncker, der Europäer, der gewiefte Konservative. Anders als Juncker ist Schneider noch jung und sportlich. Aus seiner Homosexualität macht er keinen Hehl – genau so wenig wie aus seinen Ambitionen. „Wenn die LSAP gewinnt, werde ich Premier“, verkündet er.

Wählt Juncker den Ausweg Europa?
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19 Kommentare zu "Wahl in Luxemburg: Und ewig grüßt der Juncker"

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  • Lustiger Artikel. Seit wann ist Bauer und EuParlamentarier Charles Goerens Milliardaire
    so wie sicher jeder Luxemburger Millionär. Als grösstes Export Land Ihr Deutschen solltet Ihr netter mit euren Kunden schreiben, denn von was wollt Ihr sonst leben.Haben wir die Banken ,verkauft Ihr Waffen.

  • Die Komentare hier sind absoluter Schwachsinn. Der Artikel ist zumindest schlecht geschrieben.

  • Oh je,,, was für dümmliche Gedanken und Kommentare

  • Lies mal das Programm der 'Partei der Vernunft':

    -Schluss mit dem EURO-Zwang
    -Steuersenkungen
    -Subventionsabbau
    -Entlastung der Unternehmen
    -Bezahlbare Energie
    -Datenschutz

    PDV: Weniger Staat, mehr vom Leben!

  • Eine starke AfD zu den Europawahlen könnte endlich gegenwirken.

  • BIP pro Kopf! meinte ich natürlich

  • LUX hat das 2.5 fache BIP im Vergleich zu Deutschland. Und das auf Basis eines sehr einseitigen und hochriskanten Banken-Geschäftsmodells, zT im Schattenbereich! Und Juncker hat dieses an vorderster Front massiv mit geprägt.
    LUX allein wäre im Rahmen der Finanzkrise und späteren EUR-Krise ohne Hilfe von aussen direkt in die Steinzeit katapultiert worden.
    Wo bleibt der Dank und der gerechte Ausgleich dafür in einem fairen Europa? Oder ist der LUX 2.5 mal mehr wert als der deutsche Steuerzahler? Sehe ich Juncker sehe ich Egoismus und Doppelzüngigkeit pur. Das ist das Europa in dem wir leben ... leider! Und davon sollen wir noch viel mehr bekommen, na vielen Dank!

  • Junckers Uhr ist abgelaufen. Er steht für das alte gescheiterte Europa der Bürokraten und für die Haftungsunion. Er ist einer der Eurobonds-Promoter und Aushöhler der Maastrichtvereinbarungen.
    2013 verliehen ihm die Griechen als Dank für sein Eintreten für ihre Interessen das „Großkreuz des Erlösers“ (der höchste griechische Verdienstorden), das sagt alles.
    Für das Europa der Zukunft werden solche verstaubten Charaktere nicht mehr benötigt.

  • Dieser Typ hat soviel Unheil in Europa angerichtet, dass es an der Zeit ist, ihn endlich von der politischen Bühne zu fegen.....analog Berlusconi und Bocassa......

  • Dieser Herr Juncker wird sich nicht verantworten müssen und wo sollte das sein? Ebenso unser Gröfaz Schäuble wird sich der Verantwortung für seine Untaten entziehen soweit das Hügelland um Gengenbach ausreichend Sicherheit bietet. Dem Schicksal könnte ja auch nachgeholfen werden - nicht nur bei diesen beiden Nichtsnutzeuropäern.

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