Wahl in Russland
Prognosen sehen Putin als klaren Sieger

Wladimir Putin steht aller Voraussicht nach eine weitere Amtszeit als Präsident bevor. Laut Meinungsforschern wird er am Sonntag eine klare Mehrheit erhalten. Doch schon vor der Wahl kommt Manipulationsverdacht auf.
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MoskauMit Regierungschef Wladimir Putin als Favorit geht Russland in die Präsidentenwahl an diesem Sonntag. Zwar waren am Tag vor der Abstimmung jede Wahlwerbung und auch die Veröffentlichung von Umfrageergebnissen verboten. Letzte Meinungsforschungen sahen aber Putin, der schon von 2000 bis 2008 das höchste Staatsamt innehatte, zwischen 50 und 66 Prozent der Stimmen. Laut der jüngsten Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum könnten bereits im ersten Wahlgang zwei Drittel der Stimmen auf Putin entfallen. Damit müsste sich der Regierungschef nicht in einer Stichwahl einem der vier Gegenkandidaten stellen.

Kurz vor der Wahl trafen die Behörden letzte Sicherheitsvorkehrungen. Insgesamt 450.000 Soldaten und Polizisten sollen für einen störungsfreien Verlauf der Abstimmung sorgen, teilte das Innenministerium in Moskau am Samstag mit.

Zum Schutz vor möglichen Terroranschlägen müssten die Wähler vor allem in Großstädten durch Metalldetektoren an die Urnen schreiten, hieß es. Nach einem heftigen Streit vor der Präsidentenwahl 2008 werden diesmal wieder Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Wahl begleiten. Vor vier Jahren hatte der Staatenbund seine Mission aus Protest gegen die Wahlumstände abgesagt. Auch die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) entsandte Beobachter.

Der Multimilliardär Michail Prochorow, an diesem Sonntag einer von Putins vier Konkurrenten, beklagte erste Unstimmigkeiten vor der Wahl. In St. Petersburg seien gefälschte Unterschriften aufgetaucht, sagte Prochorow nach Angaben der Agentur Interfax. Die Opposition befürchtet Fälschungen und eine der „schmutzigsten Wahlen“ in Russland überhaupt, da es um Putins politische Zukunft gehe. Nach der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl im Dezember war es immer wieder zu Protesten Zehntausender Demonstranten gekommen.

Die Zentrale Wahlkommission in Moskau prüfte ein letztes Mal die Funktion der Internetkameras in den meisten der rund 96.000 Wahllokale. Wahlleiter Wladimir Tschurow sprach von einem „Experiment“. Regierungschef Wladimir Putin hatte die Montage der Kameras mit der Begründung angeordnet, damit Fälschungen vorzubeugen.

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  • Selbst Medjedev spricht von den vielen Menschen die in Gefängnissen sitzen nur weil sie eine andere Meinung haben. Der uninformierte Bürger ist also manipuliert auf die bösartigste Weise.

  • Grosschnäuzige Kritik deutscher Medien an Putin?... Werfen wir dochmal einen Blick nach Deutschland. Frau Merkel regiert die zweite Amtszeit mit völlig rückwärtsgewandter Politik. Sie war engagiert in Agitation und Propaganda in der DDR. Ihr Koalitionspartner hängt einer Ideologie aus den 80ern hinterher, die noch nichtmal mehr 3% der Deutschen überzeugt.

    Nein, der Grund warum in westlichen Gefilden schlecht über Putin geredet wird ist ein anderer: man hat Angst. Angst vor einem Erstarken der Großmacht aus dem Osten. Angst vor einer Macht, die zusammen mit China der NATO (die 70% aller militärischen Mittel bündelt) Paroli bieten können.

    Das Imperium hat Angst vor Putin. Es will wieder einen saufenden Jelzin, den man auf Kongressen in seinem Suff belächeln kann. Jemand der auch den zweifelhaftesten Resolutionen zustimmt, um endlich in Ruhe nachhause gehen zu können, wo die nächste Flasche Wodka auf ihn wartet.

    Ehrlich, die Russen werden keine andere Politik wählen. Auch ohne Putin werden die Russen antiwestliche, antikapitalistische, antiimperialistische Poliik wählen.
    Nur ohne Putin wird diese auch noch kommunistisch sein. Nicht weil die alle Russen manipipuliert sind von irgentwelchen KGB Medien, sondern weil 80% ernsthaft davon überzeugt sind.

  • ja, seit dem er bei Syrien nicht mitspielt, ist er der ganz böse

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