Wahl in Südkorea
Kandidaten setzen auf Dialog mit Nordkorea

Die konservative Politikerin Park Geun Hye könnte die erste Frau an der Spitze Südkoreas werden. In den Umfragen liegt sie mit einem zarten Vorsprung vorn. 40 Millionen Südkoreaner sind wahlberechtigt.
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SeoulIn Südkorea hat am Mittwoch die Präsidentenwahl begonnen. Trotz eisiger Temperaturen zeichnet sich eine rege Beteiligung ab. Sieben Stunden nach Öffnung der Wahllokale lag die durchschnittliche Beteiligung bei 45,3 Prozent und damit deutlich höher als bei der Wahl 2007, wie die staatliche Wahlkommission mitteilte. Nach der Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr (10.00 Uhr MEZ) werden erste Trends auf der Grundlage von Wählerbefragungen veröffentlicht.

Mehr als 40 Millionen Menschen sind aufgerufen, vor dem Hintergrund eines zunehmend selbstbewusst auftretenden Nordkoreas und einer Wirtschaftsflaute im eigenen Land ein neues Staatsoberhaupt zu bestimmen. Präsident Lee Myung Bak kann nicht wiedergewählt werden. Er muss das „Blaue Haus“ in Seoul Ende Februar nach fünfjähriger Amtszeit verlassen. In Umfragen führte die konservative Politikerin Park Geun Hye, Kandidatin der regierenden Saenuri-Partei, mit hauchdünnem Vorsprung vor Moon Jae von der Demokratischen Einheitspartei (DUP). Die Tochter des einstigen Militärmachthabers Park Chung Hee könnte als erste Frau an die Staatsspitze rücken.

Die beiden Hauptkandidaten riefen bei der Abgabe ihres Stimmzettels ihre Landsleute auf, zur Wahl zu gehen. „Falls sie mit den vergangenen fünf Jahren unzufrieden gewesen sind, verändern sie die Welt durch ihre Stimme“, sagte Moon in der südlichen Küstenstadt Pusan. „Ich hoffe, die klugen Menschen werden eine neue Ära für die Republik Korea einläuten“, sagte die langjährige Abgeordnete Park nach Angaben der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap in Seoul.

Park setzt auf Dialog mit dem weitgehend isolierten Nordkorea. Die Führung des kommunistischen Landes hatte erst vor wenigen Tagen mit dem Start einer Rakete Sorgen vor einer Destabilisierung der Region geschürt. Ihren Landsleuten verspricht die 60-jährige Park ein rasches Wirtschaftswachstum und neue Jobs.

Der linksorientierte Rivale Moon Jae In verspricht ein 18 Milliarden Dollar schweres Paket für mehr Arbeitsplätze sowie eine Anhebung der Mindestlöhne. Dem Norden will der frühere Menschenrechtsanwalt ohne Bedingen Hilfe zukommen lassen.

Im Umgang mit dem kommunistischen Nordkorea haben beide Kandidaten ähnliche Pläne. Der Grund: Viele Wähler sind unzufrieden mit der unnachgiebigen Haltung von Präsident Lee gegenüber dem Regime in Pjöngjang. Beide wollen Kontakte mit dem nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un aufnehmen, allerdings hat Park mehr Bedingungen dafür gestellt.

Die Wähler zeigten sich auch besorgt über die Entwicklung der südkoreanischen Wirtschaft und die Verwicklung von engen Beratern Lees in Korruptionsskandale.

 
Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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