Wahl in Südkorea
Lee wehrt sich gegen Betrugsvorwürfe

Unmittelbar vor der Präsidentenwahl in Südkorea sieht sich der Favorit Lee Myung Bak mit neuen Betrugsvorwürfen konfrontiert. Dem konservativen Politiker wird vorgeworfen, in den Skandal um Millionenbetrügereien einer Investmentfirma verwickelt zu sein.

HB SEOUL. Unmittelbar vor der südkoreanischen Präsidentenwahl hat sich der konservative Favorit Lee Myung Bak gegen neue Betrugsvorwürfe gewehrt. Die vom Parlament angestrengten Ermittlungen würden an der Wahrheit nichts verändern, erklärte der 65-Jährige am Dienstag. „Ich habe nichts zu verbergen.“ Lee geht Umfragen zufolge mit einem Vorsprung von rund 30 Prozentpunkten in die Abstimmung am Mittwoch und ist damit auf dem Weg, eine zehnjährige Regierung durch links-liberale Präsidenten zu beenden.

Dem von der Wirtschaft unterstützten Lee wird vorgeworfen, in einen Skandal um die Investmentfirma BBK verwickelt zu sein. Lee hat bislang immer erklärt, er habe nichts mit dem Unternehmen zu tun, das Anleger um Millionen Dollar betrogen haben soll. Von seinen Rivalen in der letzten Phase des Wahlkampfs veröffentlichte Dokumente brachten die Abgeordneten am Montag jedoch dazu, einen Sonderermittler zu bestellen.

Der ehemalige Hyundai-Manager Lee ist sehr populär und gilt seit seiner Zeit als Bürgermeister der Hauptstadt Seoul als politischer Macher. Er hat angekündigt, das Land wie ein Unternehmen zu führen. Viele Südkoreaner setzen darauf, dass der unter dem Spitznamen „Bulldozer“ bekannte Politiker die Wirtschaft wiederbeleben und das Wachstum ankurbeln wird. Im Moment dümpelt der ehemalige asiatische „Tigerstaat“ bei Wachstumsraten von vier Prozent vor sich hin.



Außenpolitisch will der Konservative eine Versöhnung mit Japan und den USA einleiten, zu denen sich die Beziehungen unter den links-liberalen Regierungen verschlechtert haben. Damit ist ein härterer Kurs Südkoreas gegenüber dem kommunistisch geführten Nordkorea zu erwarten, das sich bis Ende des Jahres zu einem Stopp seines Atomwaffenprogramms verpflichtet hat.

Lees ärgster Rivale, Chung Dong Young, leidet unter dem Makel, Teil der Regierung des bisherigen Präsidenten Roh Moo Hyun gewesen zu sein. Ihm wird vorgeworfen, die Wirtschaft gebremst und die Immobilienpreise so weit in die Höhe getrieben zu haben, dass sie selbst für den Mittelstand kaum noch zu bezahlen sind.

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