Wahl in Tschechien Zeman gewinnt Stichwahl in Tschechien

Bei der Präsidentschaftswahl in Tschechien hat sich Amtsinhaber Milos Zeman gegen den liberalen Politikneuling Drahos durchgesetzt. Der 73-Jährige gilt als prorussisch und einwanderungskritisch.
Update: 27.01.2018 - 17:57 Uhr Kommentieren
Der 73-Jährige bleibt für fünf weitere Jahre an der Spitze des Nato- und EU-Mitgliedstaats. Quelle: Reuters
Milos Zeman

Der 73-Jährige bleibt für fünf weitere Jahre an der Spitze des Nato- und EU-Mitgliedstaats.

(Foto: Reuters)

PragMit einer Kampagne gegen Zuwanderung hat Amtsinhaber Milos Zeman zum zweiten Mal die Präsidentschaftswahl in Tschechien gewonnen. In der zweitägigen Stichwahl schlug der 73-Jährige knapp seinen liberalen Herausforderer, den Wissenschaftler Jiri Drahos. Nach der Auszählung von mehr als 97 Prozent der Wahlbezirke kam Zeman auf 51,8 Prozent der Stimmen, wie die Statistikbehörde CSU am Samstag mitteilte. Er bleibt damit für fünf weitere Jahre an der Spitze des Nato- und EU-Mitgliedstaats.

Im Wahlkampf hatte sich der Ex-Ministerpräsident mit dem Motto „Stoppt die Immigranten“ als entschiedener Gegner der Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen präsentiert. Der Politikneuling und Chemieprofessor Drahos holte nach den vorläufigen Zahlen 48,2 Prozent der Stimmen. Der 68-Jährige blieb damit hinter den Erwartungen der Umfragen zurück.

Die Beteiligung war mit 66,5 Prozent der knapp 8,4 Millionen Stimmberechtigten höher als bei der ersten Wahl des Präsidenten durch das Volk vor fünf Jahren. Der Präsident repräsentiert Tschechien im Ausland, spielt eine Rolle bei der Regierungsbildung und ernennt die Verfassungsrichter.

Zeman hat das Amt seit 2013 inne. Der 73-jährige ehemalige Ministerpräsident einer Mitte-Links-Regierung ist nach rechts gerückt und profitierte im Wahlkampf von einer Stimmung, die sich gegen die Immigration vornehmlich von Muslimen wendet. Zwischen Januar und November stellten indes 116 Menschen in Tschechien einen Antrag auf Asyl.

Sowohl Zeman als auch Drahos haben sich gegen die umstrittene EU-Quotenregelung zur Verteilung von Flüchtlingen ausgesprochen. Der als prowestlich geltende Drahos warb aber dafür, zwischen Bürgerkriegsflüchtlingen und Migranten zu unterscheiden, die aus wirtschaftlichen Gründen ins Land kommen. Auch kritisierte er die westlichen Sanktionen gegen Russland und umwarb rechte Gruppen.

Drahos gratulierte Zeman zur Wiederwahl und sagte: „Wir haben nicht gewonnen, aber wir haben auch nicht verloren.“ Er rief seine Anhänger auf, sich weiter für Veränderungen einzusetzen. „Ich gehe nicht aus dem öffentlichen Leben“, versprach der Mann der politischen Mitte. Dann stimmte er die Nationalhymne an.

Der Chemieprofessor war mit dem Anspruch angetreten, Werte wie „Anständigkeit und Respekt“ in der politischen Kultur zu etablieren. Mit seinem sachlich-kühlen Auftreten grenzte sich Drahos bewusst von der Zeman eigenen polternden Art ab. Das brachte dem Mann aus Jablunkov, der östlichsten Stadt Tschechiens, den Spitznamen „Anti-Zeman“ ein. Nach Einschätzung von Politologen fehlte es Drahos indes an Schlagfertigkeit und eigenen Vorstößen.

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