Wahlen in den Niederlanden
Marijnissen – Der Marathon-Sozialist

Auf große Sympathien können die Parteien des linken Spektrums in den liberalen Niederlanden nicht zählen. Umso erstaunlicher ist der Erfolg des ehemaligen Maschinenschlossers Jan Marijnissen, der in den vergangenen Monaten dank überzeugender Auftritte in Fernsehdebatten die Umfragewerte der Sozialistischen Partei (SP) in die Höhe trieb.

DEN HAAG. Der 54-jährige präsentiert sich für viele überzeugend als Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Laut Eigenwerbung der Partei soll das auch ohne zusätzliche Belastung der Staatskasse gehen, die Reformsozialisten versprechen „Bessere Niederlande für das selbe Geld“. Den Beweis, dass das funktioniert, ist die ewige Oppositionspartei indes noch schuldig geblieben.

Marijnissen stammt aus Brabant, der vorwiegend katholischen und wirtschaftlich lange rückständigen Region im Süden des Landes. Verglichen mit den Vertretern der großen Parteien ist Marijnissen ein alter Hase auf dem politischen Parkett. 1975 wird er mit gerade einmal 23 Jahren zum jüngsten Gemeinderat der Niederlande gekürt. Den Vorsitz der SP übernimmt er Ende der achtziger Jahre. Schon damals beweist er langen Atem: Nach einem halben Jahrzehnt unter seiner Führung gelingt der Partei 1994 erstmals der Einzug ins Parlament.

Behalten die Meinungsforscher Recht, steuert die Partei unter Marijnissen auf einen weiteren Erfolg zu. Die Zahl ihrer derzeit neun Sitze im Parlament könnte sich bei der Wahl am Mittwoch verdoppeln.

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