Wahlen in den Niederlanden
Rutte – Liberaler Brückenbauer

Er ist noch keine 40 und schon Spitzenkandidat der Volkspartei VVD. Doch Umfragen bescheinigen Mark Rutte kaum Chancen auf einen Wahlsieg. Denn der frühere Iglo-Manager hat die Kandidatur zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt übernommen: Die VVD ist zerstrittener denn je.

DEN HAAG. Trotz seines jugendlichen Alters hat sich Rütte bereits politische Meriten verdient. Schon unter der ersten Regierung Balkenende war er Staatssekretär für Arbeit und Soziale Angelegenheiten. Mit dem Amtsantritt der zweiten Regierung wechselte er das Ressort und zeichnet seither für Bildung verantwortlich.

Doch der 1967 in Den Haag geborene Rutte gilt als Übergangslösung. Er wird zu einem Zeitpunkt ins Rennen geschickt, an dem die zerstrittene VVD kaum mit Wahlerfolgen rechnen kann. Erst vor wenigen Monaten hatte die potenzielle Kandidatin und amtierende Flüchtlingsministerin Rita Verdonk ihre Chancen durch eine beispiellose Kampagne gegen eine Parteigängerin verspielt. Um Duchsetzungskraft zu demonstrieren, hatte sie die aus Somalia stammende VVD-Parlamentarierin Ayaan Hirsi Ali auflaufen lassen. Das kostete sie parteiintern einige Sympathien, was Ruttes Sieg begünstigte.

Bei den Wählern verliert die VVD seit Ruttes Wahl jedoch. Meinungsforscher führen das darauf zurück, dass er die Themen Einwanderungspolitik und Innere Sicherheit weniger überzeugend besetzt Verdonk. Die Wählerklientel, für die diese Themen wichtig sind, laufen demnach tendenziell zum Koalitionspartner CDA über.

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