Wahlen in Israel: Netanjahu sieht weltweite Abwahlkampagne gegen sich

Wahlen in Israel
Netanjahu sieht weltweite Abwahlkampagne gegen sich

Die knappen Prognosen für die Parlamentswahlen in Israel sind für Ministerpräsident Netanjahu das Ergebnis einer weltweiten Abwahlkampagne gegen ihn. Netanjahu hatte sich zuletzt mit US-Präsident Obama überworfen.
  • 5

JerusalemIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beklagt eine Woche vor der Parlamentswahl weltweite Bemühungen, ihn aus dem Amt zu drängen. Die Wahl sei ein Kopf-an-Kopf-Rennen, sagte der Regierungschef am Montag vor Aktivisten seiner rechtskonservativen Likud-Partei nach einem Bericht des Armee-Rundfunks vom Dienstag. „Nichts ist sicher, weil es große, weltweite Bemühungen gibt, die Likud-Regierung zu stürzen.“

In Umfragen liegen Likud und das Mitte-Links-Parteienbündnis Zionistische Union fast gleichauf. Gewählt wird am 17. März. In der Außenpolitik hat sich Netanjahu mit US-Präsident Barack Obama überworfen, obwohl die USA der wichtigste Verbündete Israels sind.

Vor einer Woche war Netanjahu auf Einladung der oppositionellen Republikaner in die USA gereist und hatte eine Rede gegen die von Obama angestrebte Einigung im jahrelangen Atomstreit mit dem Iran gehalten. Obama empfing Netanjahu nicht und äußerte sich offen kritisch zu Netanjahus Auftreten.

Der Armeerundfunk interpretierte die Äußerungen Netanjahus als Anspielung auf ausländische Interessensgruppen, die Geld für seine Abwahl sammeln würden. In Israel sind Geldspenden aus dem Ausland an Parteien während Wahlkämpfen verboten. Zuwendungen an Nichtregierungsorganisationen fallen aber nicht darunter.

Netanjahus Gegenspieler, der Vorsitzende der Arbeitspartei und Ko-Chef der Zionistischen Union, Isaac Herzog, erklärte, der Regierungschef spüre den wachsenden Druck. „Er schießt jetzt in alle Richtungen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wahlen in Israel: Netanjahu sieht weltweite Abwahlkampagne gegen sich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • So unrecht hat Netanjahu mit seinem Einwand nicht: Es sollte eigentlich nicht um seine Abwahl gehen, sondern um eine weltweite Kampagne, um ihn vor den IStGH zu bringen und mit ihn seine Komplizen in seiner Regierung und die Hälfte aller Abgeordneten der Knesset. Merkel und Obama dürfen da dann als Mittäter mit auf die Anklagebank gesetzt werden. Doch so viel Gerechtigkeit gibt es allenfalls gegenüber Staaten der Dritten Welt.

  • Na welche Freude, bald ist dieser Kriegstreiber weg - hoffentlich wird diese Vorfreude nicht enttäuscht. Würde mir trotzdem fehlen, ist doch drollig, wenn er mit seinem selbstgemalten Bombenbild vor der UN steht und von der roten Linie schwafelt. Atombomben für Israel, aber alle anderen sollen nicht mal Kraftwerke haben. Da wird gelogen dass sich die Balken biegen. Wundert mich, dass er nicht Putin für die weltweite Verschwörung gegen ihn verantwortlich macht.

  • Bye bye Netanjahu! Dich wird keiner vermissen!
    Da kann man nur zustimmen.

    Bye bye Netanjahu! Dich wird keiner vermissen! - Und nimm den Rest mit.
    USA sind groß. Sollte genug Platz sein.

    !!! Freiheit für Palästina !!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%