Wahlen in Italien
Berlusconi zieht es zurück an die Macht

Im kommenden Jahr stehen in Italien Wahlen an. Dann will der skandalumwitterte frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi wieder antreten. Seine Partei PDL hat er davon bereits überzeugt - sie verzichtet auf Vorwahlen.
  • 5

RomDer frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will bei den Wahlen im kommenden Jahr wieder antreten.

"Ja, Berlusconi ist der Kandidat für den Ministerpräsidenten", sagte der Fraktionsvorsitzende von Berlusconis Partei PDL, Fabrizio Cicchito, am Donnerstag zu italienischen Agenturen nach einem Treffen der Parteiführung in Berlusconis Wohnsitz in Rom. Vorwahlen, um einen Kandidaten der PDL zu küren, fänden somit nicht statt.

Der 75-jährige Berlusconi hatte jüngst selbst einige Hinweise auf seine Rückkehr auf die politische Bühne gegeben. Der Medienunternehmer, der die Politik in dem südeuropäischen Land in den vergangenen 20 Jahren weitgehend mitbestimmte, musste sich Ende 2011 zurückziehen. Seitdem ist der Technokrat Mario Monti Regierungschef.

Zuletzt schwanden aber die Zustimmungswerte für ihn und seine Sparpolitik. Zudem kämpft Italien mit einem Vertrauensverlust an den Finanzmärkten. Die Refinanzierungskosten sind fast wieder auf den Stand gefallen, den sie bei Berlusconis Rücktritt hatten.

Gegen Berlusconi läuft in Mailand derzeit ein Gerichtsverfahren. Ihm wird vorgeworfen, sexuelle Beziehungen zu einer minderjährigen Prostituierten unterhalten zu haben. Zudem soll er sein Amt missbraucht haben, um das zu verschleiern. Berlusconi hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wahlen in Italien: Berlusconi zieht es zurück an die Macht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ja, alles für Comedy oder ne gute soap opera.
    Leider ist das bitterer Ernst, es wird uns allen an den vermeindlich sicher geglaubten Wohlstand gehen, wir zahlen so oder so. Aber jammern hilft nicht, es ist die Schuld unserer gewählten Politiker, die das über die letzten 20 Jahre so bestimmt haben. Genügend Experten haben gewarnt.

  • Wenn man's vor dem Hintergrund der tagesaktuellen Geschichte und Italiens Seiltanz über dem Bailout betrachtet:
    Berlusconi als Mussolini 2.0
    Das BVerfG in der Rolle des Paul von Hindenburg
    Und Schäuble rollt auch schon in den Startlöchern.

    Und Deutschland? Schläft...

    Grüße von gepackten Koffern

  • Jo, und Lothar Matthäus könnte sich vorstellen, bei der nächsten WM noch mal zur Verfügung zu stehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%