Wahlen in Japan
Abe erringt laut ersten Prognosen Mehrheit

Er wollte eine Bestätigung für seine Politik, er hat sie bekommen – zumindest dem Anschein nach: Die Partei von Japans Ministerpräsident Abe erhielt bei den vorgezogenen Neuwahlen laut ersten Prognosen die Mehrheit.
  • 0

TokioDie Partei des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe hat die Parlamentswahl laut ersten Prognosen mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Laut den Hochrechnungen des Fernsehsenders TBS erhielt Abes liberaldemokratische PLD 294 der 475 Sitze und käme gemeinsam mit ihrem Koalitionspartner Komeito auf eine absolute Mehrheit von 328 Abgeordneten. Andere von lokalen Medien veröffentlichen Prognosen sagen der Regierungskoalition 327 der 475 Mandate im neuen Parlament voraus. Die Demokratische Partei als größte Oppositionspartei kommt den Befragungen zufolge auf 73 Sitze.

Der japanische Fernsehsender NHK sagte der regierenden Koalition zwischen 306 und 341 Sitze voraus. Vor der Wahl hatten die beiden Parteien 325 Sitze im Parlament.

Es wird erwartet, dass die Wahlbeteiligung auf einem Rekordtiefstand ist - zum Teil hervorgerufen durch eine allgemeine Politikverdrossenheit der Japaner als auch schweren Schneefalls in Teilen des Landes.

Erste Daten des Japanischen Innenministeriums zeigen, dass die Wahlbeteiligung um 6,8 Prozentpunkte gesunken ist.

Abe hatte vor einem Monat überraschend vorgezogene Neuwahlen nach lediglich der Hälfte der Legislaturperiode ausgerufen. Der 60-Jährige wollte sich damit die Zustimmung für seine Wirtschaftspolitik sichern. Abe will mit politischen und wirtschaftlichen Reformen das Land aus der Rezession führen. Er erwägt auch weitreichende Verfassungsänderungen. Dafür wollte er sich mit der vorgezogenen Wahl ein Mandat ausstellen lassen. Im Wahlkampf wiederholte er immer wieder den Slogan: „Das ist der einzige Weg!“

Abe hatte sein Amt vor zwei Jahren mit dem Versprechen angetreten, die stagnierende Wirtschaft wiederzubeleben und Japan wieder mehr Statur zu verleihen. Seitdem stiegen zwar die Aktienkurse und die Gewinne der Unternehmen, und die Landeswährung Yen verlor dank massiver geldpolitischer Lockerungen an Wert. Doch zuletzt rutschte Japan nach der Anhebung der Mehrwertsteuer im April wieder in die Rezession.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wahlen in Japan: Abe erringt laut ersten Prognosen Mehrheit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%