Wahlen in Kanada
Konservative haben die Nase vorn

Obwohl die linken New Democrats in Kanada an Bedeutung gewonnen haben, sieht es so aus, als würde die konservative Regierungspartei die Wahl für sich entscheiden.
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OttawaDie Konservativen in Kanada haben bei der vorgezogenen Parlamentswahl nach Hochrechnungen einen klaren Sieg errungen. Ministerpräsident Stephen Harper verfügt damit erstmals seit seinem Amtsantritt 2006 über eine Mehrheitsregierung und ist bei der Verabschiedung von Gesetzen nicht mehr auf die Opposition angewiesen. 

Laut der Wahlbehörde erhielten die Konservativen bei der Wahl am Montag 167 von 308 Sitzen. „Wir sind dankbar, zutiefst geehrt, in der Tat demütig angesichts der entschiedenen Unterstützung so vieler Kanadier“, sagte Harper. Die Konservativen bekamen 40 Prozent, die Sozialdemokraten 31 Prozent und die Liberalen nur 19 Prozent der Stimmen. 

Obwohl Harpers Beschlussfähigkeit im Parlament in den vergangenen Jahren eingeschränkt war, konnte er einem traditionell linksliberalem Kanada seinen Stempel aufdrücken. Er senkte die Umsatz- und Unternehmenssteuer, vermied Zusagen zu Klimaschutzverordnungen, erhöhte die Militärausgaben und verlängerte den Einsatz kanadischer Soldaten in Afghanistan. 

Die sozialdemokratische New Democratic Party (NDP) konnte die Zahl ihrer Mandate verdreifachen und ist damit erstmals stärkste Oppositionskraft. „Es ist eine historische Nacht für die New Democrats“, erklärte Parteichef Jack Layton. 

Die Liberalen, die in der Geschichte des Landes stets entweder die Regierung stellten oder die Opposition führten, erlitten indes ihre ärgste Wahlschlappe: Sie gewannen den Angaben zufolge nur 34 Sitze. Der Vorsitzende der Liberalen, Michael Ignatieff, übernahm die Verantwortung für die herbe Niederlage und gratulierte Wahlsieger Harper und Oppositionsführer Layton. „Die Demokratie lehrt harte Lektionen und wir müssen sie uns zu Herzen nehmen“, sagte Layton vor einer niedergeschlagen wirkenden Menge in Toronto. Ignatieff verlor seinen eigenen Parlamentssitz in Toronto. 

In Quebec, dem französischsprachigen Teil des Landes, verlor die separatistisch ausgerichtete Partei Bloc Quebecois dramatisch an Zustimmung. Sie verlor 47 Sitze. Sogar Parteichef Gilles Duceppe konnte seinen Sitz nicht verteidigen und trat zurück. Die Grünen errangen ihren ersten Sitz überhaupt im Unterhaus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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