Wahlen in Nigeria
Jugendliche setzen Gotteshäuser in Flammen

Brennende Moscheen, Kirchen und Häuser: Trotz einer eigentlich friedlichen Wahl haben Anhänger des besiegten Herausforderers Muhammadu Buhari zahlreiche Gebäude in Brand gesetzt. Nun gilt eine Ausgangssperre.
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Kano/Abuja Nach der Wiederwahl von Präsident Goodluck Jonathan in Nigeria ist es am Montag im muslimischen Norden zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Jugendliche Anhänger des Herausforderers Muhammadu Buhari setzten nach Angaben des Roten Kreuzes Kirchen, Moscheen und Häuser in Brand. „Viele Leute sind getötet worden“, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf erste Berichte. Während Soldaten in der Stadt Kano versuchten, die Menge mit Peitschenhieben auseinanderzutreiben, warfen Demonstranten mit Steinen.

Amtsinhaber Jonathan hatte vor allem im christlich geprägten Süden des Landes gut abgeschnitten. Buharis Wähler kamen dagegen vor allem aus dem muslimischen Norden. Nach einer Reuters-Umfrage erhielt Jonathan rund 23 Millionen der Stimmen, Buhari zwölf Millionen. Die offizielle Bekanntgabe des Wahlergebnisses wurde am Montagabend erwartet. EU-Beobachter sprachen von einem weitgehend friedlichen und ordentlichen Verlauf der Abstimmung.

Buharis Sprecher sagte Reuters dagegen, die Ergebnisse seien manipuliert worden. Man werde den Ausgang der Wahl nicht anerkennen, bis die zuständige Kommission diese überprüft habe.

Buhari äußerte sich zunächst nicht zu der Gewalt, während Jonathan zur Ruhe aufrief. Zuvor war in der Stadt Zaria das Haus des Vizepräsidenten Namadi Sambo in Brand gesetzt und Häftlinge aus Gefängnissen freigelassen. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre über den gesamten Bundesstaat. In Jos schossen Soldaten in die Luft, Hubschrauber kreisten über der Stadt.

Nach Angaben der Polizei wurden die Unruhen durch das Wahlergebnis ausgelöst, nicht durch ethnische Feindschaften oder Rivalitäten zwischen dem muslimischen Norden und christlichen Süden. Experten gingen davon aus, dass die Gewalt sich nicht auf die Öl-Exporte des Opec-Staates auswirken dürften.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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