Wahlen in Thailand
Der vergessene Norden

In Bangkok tobt das Chaos, im Norden boomt der Tourismus. Dort ist die Machtbasis der Regierungspartei. Aus der Not der Bevölkerung schlagen Politiker beider Seiten Profit – viel getan wird für die Menschen aber nicht.
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Chiang Mai/BangkokUngläubig schüttelt der Mann den Kopf. „Natürlich“, sagt er und macht ein Gesicht, als könne er sich nicht entscheiden, ob er amüsiert oder empört sein soll. „Natürlich kenne ich die Shinawatras persönlich“, sagt Non Suttinan. Er entscheidet sich, wohl auch der Freundlichkeit der Thais geschuldet, für ein Lächeln. Bei einer solchen Frage sieht er sich aber offenbar dazu genötigt, hinzuzufügen: „Hier kennen alle die Familie.“ Mit hier meint er Chiang Mai, die größte Stadt im Norden Thailands und die Machtbasis der regierenden Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra, der Frau und deren Familie, die das ostasiatische Land spalten.

Denn ihre Macht weiter im Süden bröckelt. In Bangkok bröckelt sie nicht, sie scheint erodiert. Die Demonstranten legen seit Wochen erfolgreich die Metropole lahm. Sie blockieren wichtige Kreuzungen, fast alle Ausfallstraßen und die Hälfte der Wahllokale für die Parlamentswahlen am Sonntag. Nur wenige Stunden vor Beginn der Abstimmung gab es bei Zusammenstößen erneut Verletzte.

Dann muss die Pheu-Thai-Partei, die mit Yingluck Shinawatra – seit August 2011 im Amt – die Regierung bildet, sich dem Votum der Wähler stellen. Eine Abwahl muss sie nicht fürchten: Die größte Oppositionspartei, „Die Demokraten“, hatte 2011 rund 35 Prozent der Stimmen geholt. Sie boykottiert die Wahlen, weil sie gegen die Regierungspartei (2011: 48 Prozent) keine Chance sehen. Außer Pheu Thai stehen nur noch kleine Splitterparteien zur Wahl, die landesweit weniger als vier Prozent bekamen. Die wirkliche Opposition ist auf der Straße.

Den vorgezogenen Gang zur Urne hatte Shinawatra diesen Gegnern als Friedensangebot gemacht, doch die Demonstranten um ihren Anführer Suthep Thaugsuban, Ex-Demokrat, wollen sich nicht darauf einlassen. Sie fürchten – und diese Furcht ist mit Blick auf die Mehrheiten berechtigt –, dass sie die Wahlen verlieren werden und die Partei von Yingluck Shinawatra wieder gewinnt. Weil die Leute im Norden, Leute wie Non, sie wählen.

Stattdessen wollen die Demonstranten in Bangkok einen „Volksrat“ installieren, der Verfassungsänderungen erarbeiten soll – freilich ohne jede demokratische Legitimation. In den vergangenen Tagen ist die Gewalt eskaliert. Zwar hatte es bei den Ausschreitungen zu Beginn der Aufstände im November schon neun Tote gegeben, doch meist waren die Proteste friedlich geblieben.

Jetzt kurz vor den Wahlen spitzt sich die Lage weiter zu. Suthin Tharathin, einem Sprecher der Opposition, sei während einer Rede vor Demonstranten in den Kopf geschossen worden, sagte ein Sprecher der Protestbewegung. Tharathin war das zehnte Todesopfer. Bislang sind mehr als 500 Menschen verletzt worden.

Non Suttinan aus Chiang Mai macht dennoch aus seiner Begeisterung für die amtierende Regierung keinen Hehl, geht jedoch – das ist typisch für die Thais – nicht so weit, die Demonstranten zu kritisieren. Non lehnt sich in seinem Stuhl zurück. Es ist spät. Der Hotelangestellte hat lange gearbeitet, und er ist müde.

Im Hintergrund ist ein TV-Sender eingeschaltet, der eine grellbunte Musikshow über den Flachbildschirm flackern lässt. Dort herrscht die heile Fernsehwelt. Mit den Nachrichten aus Bangkok sollen spät heimkehrende Gäste nicht behelligt werden. Die Stadt des Aufstands ist weit weg.

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  • Ich nehme an, dass Sie Ihre "Informationen" einfach uebernehmen. Wenn Sie das machen, schauen Sie doch wenigstens wo diese herkommen. Einige Teile Ihrer Artikel sind einfach aus von Taxin gesposerten Werbeseiten uebernommen.
    Die Wahlen waren doch ein Prvokation. Der Herr in Dubai hat seiner Tochter befohlen die Wahlen nicht zu verschieben!? Die Menschen sind auf den Strassen, weil die Regierung versucht hat illegal Rechte an sich zu reissen, um sich weiter bereichern zu koennen und das Land in der Art Nordkoreas regieren zu koennen. Wer sagt, dass diese Leute bezahlt werden muessen. Vorher wurden die Bauern gegen Bezahlung nach BKK gekarrt. 500 Bath hat man ihnen dafuer in userem Dorf bezahlt. .....
    Heute ist Thailand pleite, weil man das Land hemmungslos ausgenommen hat. Schreibt mal was darueber! 400 / 500 Milliarden Bath fehlen.
    ..... ..... .....
    Danke fuer eine Antwort.

    B. Husy

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