Wahlen Karsai will offenbar Niederlage eingestehen

Zwei Monate nach der Präsidentenwahl in Afghanistan will Amtsinhaber Hamid Karsai nach Informationen aus US-Regierungskreisen seine Niederlage anerkennen. Doch ob es nun zu einer Allparteienregierung oder einer Stichwahl kommt, ist unklar.
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Am 20. August steckte Afghanistans Präsident Hamnid Karsai seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Nun muss er wohl seine Niederlage einräumen. Quelle: dpa

Am 20. August steckte Afghanistans Präsident Hamnid Karsai seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Nun muss er wohl seine Niederlage einräumen.

(Foto: dpa)

HB KABUL/WASHINGTON. Karsai wolle noch am heutigen Dienstag bekanntgeben, dass er die Ergebnisse der von den Vereinten Nationen unterstützen Beschwerdekommission (ECC) anerkenne, sagte ein ranghoher US-Beamter. Damit hätte Karsai die absolute Mehrheit verfehlt und müsste sich einer Stichwahl gegen seinen Herausforderer Abdullah Abdullah stellen.

Der Vertreter der US-Regierung sagte jedoch nicht, ob Karsai nun eine Allparteienregierung oder eine Stichwahl anstrebt, um das drohende Machtvakuum und den Verlust der Legitimation abzuwenden. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte unterdessen, Karsai werde noch heute erklären, wie die Krise gelöst werden solle. „Er wird seine Absichten mitteilen“, sagt Clinton vor Journalisten. Sie sei ermutigt von der jüngsten Entwicklung und erwarte eine Lösung in Übereinstimmung mit der verfassungsrechtlichen Ordnung. In New York sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon, Karsai habe ihm versichert, dass er den verfassungsrechtlichen Prozess in vollem Umfang respektieren werde.

Karsais Wahlkampfsprecher Wahid Omar erklärte indes, der Präsident wolle sich in der Frage einer eventuellen Stichwahl gegen Abdullah vorerst nicht festlegen. Karsai werde erst die Entscheidung der Unabhängigen Wahlkommission abwarten, bevor er die Ergebnisse der ECC akzeptiere. Die Unabhängige Wahlkommission wird von Anhängern des Präsidenten dominiert. Die ECC erklärte am Montag ein Drittel der für Karsai abgegebenen Stimmen für ungültig, er rutscht damit auf 48 Prozent der Stimmen ab.

Ein Sprecher von Abdullahs Wahlkampfteam erteilte einer Teilung der Macht oder einer Allparteienregierung zur Lösung der Krise eine Abfuhr. Eine Koalition würde dem Land schaden, sagte Fasel Santscharaki. Abdullah fordere nach wie vor eine Stichwahl; nur falls diese aus Sicherheitsgründen oder wegen des einsetzenden Winters nicht durchführbar sei, komme eine Übergangsregierung infrage, sagte Santscharaki. „Karsais Amtszeit ist abgelaufen, wir können ihn nicht noch mehrere Monate akzeptieren.“

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