Wahlen
Soldat erschießt zwei Wahlhelfer im Kongo

dpa KINSHASA. Einen Tag nach der weitgehend friedlichen Stichwahl um das Präsidentenamt im Kongo hat ein Soldat am Montag im Osten des Landes zwei Wahlhelfer erschossen. Der Kongolese sei betrunken gewesen und habe in einem Wahlbüro um sich geschossen.

Er sei festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der UN-Mission im Kongo. Angehörige der beiden Opfer hätten danach mehrere Wahlbüros vor Ort verwüstet. Von diesem Vorfall abgesehen sei die Auszählung friedlich verlaufen, sagte die UN-Sprecherin. Im Norden war am Sonntag ein Mensch ums Leben gekommen, als es wegen Wahlfälschungsvorwürfen zu Ausschreitungen kam.

Der als Favorit geltende Amtsinhaber Joseph Kabila und sein Herausforderer Jean-Pierre Bemba riefen zur Ruhe auf und bekräftigten, dass sie das Wahlergebnis im Fall einer Niederlage nicht mit Gewalt anfechten würden. „Der Gewinner verpflichtet sich, dem Verlierer keinen physischen oder finanziellen Schaden zuzufügen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung, die auf Betreiben der UN- Mission im Kongo zu Stande gekommen war. EU-Chefdiplomat Javier Solana begrüßte das Verhalten der Bevölkerung bei der Abstimmung: „Das kongolesische Volk hat mit Ernsthaftigkeit und Würde seinen Wunsch nach Frieden und Demokratie bekräftigt“, betonte er.

In der Hauptstadt Kinshasa zeichnete sich erwartungsgemäß ein großer Vorsprung für Bemba ab, der dort in mehreren Dutzend Wahllokalen im Schnitt auf fast 70 Prozent kam. Ergebnisse aus den anderen Landesteilen wurden erst allmählich bekannt. Die Wahlbeteiligung fiel nach ersten Schätzungen etwas geringer aus als in der ersten Runde, als sie bei etwa 70 Prozent lag. Kabila hatte dabei vor allem in seiner Heimat im Osten gut abgeschnitten.

Die Bundeswehr, die im Rahmen der EU-Mission in Kinshasa im Einsatz ist, hat ihre Patrouillen wieder aufgenommen. „Wir haben uns am Wahltag bewusst zurückgehalten, aber jetzt zeigen wir uns wieder auf den Straßen“, sagte Eufor-Sprecher Peter Fuss. Bis Mitte der Woche soll die Verlegung von etwa 220 zusätzlichen deutschen und niederländischen Soldaten aus Gabun abgeschlossen sein. „Wir verfolgen die Situation sehr genau und hoffen, dass es weiterhin ruhig bleibt“, sagte Fuss.

Die Stichwahl war nötig geworden, da Kabila in der ersten Runde die absolute Mehrheit knapp verfehlt hatte. Das offizielle Ergebnis soll spätestens am 19. November verkündet werden.

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