Wahlkampf beendet
Furcht überschattet Parlamentswahl in Afghanistan

Der Wahlkampf in Afghanistan ist am Freitag - zwei Tage vor der anstehenden Parlamentswahl in dem Land -offiziell beendet worden. Die Taliban haben unterdessen zum Boykott der Wahl aufgerufen.

HB KABUL. Am Sonntag sind nach Angaben der Wahlbehörde 12,5 Mill. Afghanen dazu aufgerufen, erstmals seit 36 Jahren wieder ihre Volksvertreter zu wählen. Knapp 2800 Kandidaten - rund 330 davon Frauen - kämpfen um die 249 Sitze in der Wolesi Dschirga (Haus des Volkes). 68 Sitze sind für Frauen reserviert. Zeitgleich findet die Wahl für die Räte der 34 afghanischen Provinzen statt.

Unterdessen wurde erneut ein Kandidat für die Parlamentswahl getötet. Unbekannte seien in das Haus von Abdul Wahab in der südafghanischen Provinz Helmand eingedrungen und hätten den Kandidaten entführt, sagte der Sprecher des Provinzregouverneurs, Haji Mohammad Wali. Die Leiche Wahabs sei am Freitag gefunden worden. Die Wahlbehörde bestätigte die Tat. Insgesamt wurden bislang sieben Kandidaten ermordet. Die radikalislamischen Taliban haben angekündigt, Kandiaten, nicht aber Wähler anzugreifen.

Die Wahl sei Teil des Plans der US-Besatzer, sagte Taliban-Sprecher Abdul Latif Hakimi der Nachrichtenagentur Reuters per Satellitentelefon am Freitag. Er warnte die 12,5 Mill. Wähler zugleich, dass sie bei Anschlägen auf ausländische Truppen verletzt werden könnten. Wenn sie zur Wahl gingen, täten sie das auf eigene Gefahr. „Die Taliban haben immer versucht, das afghanische Volk nicht zu verletzen. Aber sie könnten verletzt werden während Attacken und Anschlägen an Orten, an denen ausländische Truppen sind“, sagte Hakimi. Zuvor hatten die Taliban erklärt, Wahlbüros selbst nicht angreifen zu wollen.

Die Furcht vor Anschlägen dürfte die Wahlen zu Parlament und Ratsversammlungen der 34 Provinzen am Sonntag dominieren. Etwa 100 000 Soldaten, darunter 22 000 US-Truppen und 10 000 Soldaten der Nato, sollen für die Sicherheit der Wähler sorgen. Die afghanischen Sicherheitskräfte werden an den Wahlbüros positioniert sein.

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