Wahlkampf endet offziell am Mittwochnacht
550 iranische Wahlkandidaten geben auf

In Iran haben Hunderte von Bewerbern für die Parlamentswahl ihre Kandidatur zurückgezogen. Zuvor hatten Reformer angekündigt, die Wahl zu boykottieren.

HB BERLIN. Von den rund 5600 zur Parlamentswahl am 20. Februar in Iran zugelassenen Bewerbern haben nach offiziellen Angaben 550 inzwischen ihre Kandidatur wieder zurückgezogen. Das berichteten iranische Zeitungen am Samstag unter Berufung auf das Innenministerium, das die Wahlen organisiert. Gründe für die Entscheidung der Kandidaten wurden nicht genannt. Zuvor hatten aber zahlreiche reformorientierte Bewerber angekündigt, sie wollten sich wegen des seit Wochen andauernden Streits um die Zulassung von Kandidaten nicht mehr an den Wahlen beteiligen.

Der von den Konservativen dominierte Wächterrat, de facto das oberste politische Entscheidungsorgan im Land, hatte im Januar 2300 zumeist reformorientierte Kandidaten von der Wahl ausgeschlossen. Unter ihnen waren auch 80 Abgeordnete, die im bisherigen Parlament einen Sitz innehatten.

Mehrere Parteien und Organisationen wollen ebenfalls die Parlamentswahl boykottieren. Darunter ist auch die Islamische Beteiligungsfront von Mohammed Resa Chatami, dem Bruder von Staatschef Mohammed Chatami.

Der Wahlkampf um die 290 Sitze in der Madschlis, dem iranischen Parlament, war erst am Donnerstag eröffnet worden. Offiziell endet er am nächsten Mittwoch um Mitternacht.

Wahlberechtigt sind mehr als 46 Millionen Iraner. Auf Grund der schweren Regierungskrise um die Kandidatenaufstellung und der Boykottaufrufe wird mit einer geringen Wahlbeteiligung gerechnet.

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