Wahlkampf
Hollande greift Sarkozy wegen EZB-Plänen an

Der französische Präsidentschaftskandidat Hollande hat Sarkozys Vorstoß zur europäischen Zentralbank kritisiert. Staatschef Sarkozy habe das Wachstum fünf Jahre lang „vergessen“, sagte der Sozialist.
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ParisDer Vorstoß des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, die Europäische Zentralbank (EZB) für eine Wachstumspolitik in Europa heranzuziehen, ist bei der sozialistischen Opposition auf harsche Kritik gestoßen. Der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande hielt dem Staatschef am Montag vor, er habe das angekündigt, was er fünf Jahre lang „nicht gemacht hat“. Sarkozy habe das Wachstum während seiner Amtszeit „vergessen“, kritisierte Hollande im Sender France Info.

Hollande hob erneut hervor, dass er im Falle seines Wahlsieges das Wachstum voranstellen werde. Dazu will er den Fiskalpakt zur Haushaltsdisziplin in Europa nachverhandeln und um eine Wachstumskomponente ergänzen. „Wir wären nicht in dieser Sitaution, wenn die Europäische Zentralbank ab dem Beginn der griechischen Angelegenheit interveniert wäre, um Staatsschuldtitel aufzukaufen“, sagte er. Die Zentralbank habe am Anfang gewartet und dann den Banken Geld geliehen, damit diese anschließend den Staaten Geld leihen. „Es wäre einfacher gewesen, direkt an die Staaten zu verleihen“, unterstrich er.

Sarkozy hatte am Sonntag bei einer Wahl-Großkundgebung in Paris gefordert, dass die Zentralbank eine Rolle bei der Unterstützung des Wachstums in Europa übernehmen müsse. Diese „Debatte“ wolle er in Europa anstoßen, kündigte er an. „Wenn die Zentralbank das Wachstum nicht unterstützt, dann werden wir nicht genug Wachstum haben“, sagte er. Er kritisierte die Regeln für die EZB, deren Aufgabe vorrangig die Bekämpfung der Inflation ist.

Sarkozy und Hollande hatten eine Woche vor der ersten Wahlrunde in Frankreich parallele Wahlkundgebungen in Paris abgehalten. Der Präsident sprach im Stadtzentrum auf dem Place de la Concorde, wo sich nach seinen Angaben 120.000 Anhänger versammelten.

Die Sozialisten hatten von rund 100.000 Teilnehmern bei ihrem Wahlkampffest vor dem Schloss von Vincennes am Stadtrand gesprochen. Hollande liegt in den Umfragen für den ersten Wahlgang am 22. April knapp vor dem Präsidenten, für die zweite Runde am 6. Mai wird dem Sozialisten ein klarer Sieg vorhergesagt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • "„Wir wären nicht in dieser Sitaution, wenn die Europäische Zentralbank ab dem Beginn der griechischen Angelegenheit interveniert wäre, um Staatsschuldtitel aufzukaufen“, sagte er. Die Zentralbank habe am Anfang gewartet und dann den Banken Geld geliehen, damit diese anschließend den Staaten Geld leihen. „Es wäre einfacher gewesen, direkt an die Staaten zu verleihen“, unterstrich er."

    Bei solchen Forderungen.. die ja auch Linke in Deutschland von sich geben, sieht man wie gefährlich solche Populisten sind. "Geld ist nicht wichtig, es muss nur da sein. Und wenn es nicht da ist, drucken wir es halt" (sieht man ja wie toll die FED damit dotcom- und housing-bubbles aufgepumpt hat..)
    Der einfache Michel springt auf sowas auch noch an (ohne ökonomische Grundkenntnisse klingt das ja auch plausibel) und wählt danach.
    Und wenn es dann kracht, sind wieder die bösen Märkte schuld :)

  • "Erst jetzt zeigt sich, dass Hollande und die FR-Linke den Merkel-Euro nicht wollen. Sie wollen den Simbabwe-Euro. Da wird der Rest Europas aber nicht mitmachen. Vielleicht kommt jetzt der Süd- und Nordeuro."

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