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Wahlkampf in den USA: Romney macht Paul Ryan zu seinem Vize

Er hat sich entscheiden: Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney macht den Abgeordneten Paul Ryan zu seiner Nummer zwei. Bekannt ist der Nachwuchspolitiker vor allem als knallharter Sparer.

Mitt Romney (links) und sein Vize Paul Ryan. Quelle: dapd
Mitt Romney (links) und sein Vize Paul Ryan. Quelle: dapd

WashingtonDer designierte republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney wird mit dem Kongressabgeordneten Paul Ryan an seiner Seite in den Wahlkampf gegen US-Präsident Barack Obama ziehen. "Romney-Ryan ist das republikanische Gespann", erklärte Romneys Wahlkampfteam am Samstag. Der 42-jährige Ryan ist der Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Repräsentantenhauses und hat sich den Ruf eines eisernen Sparers erworben.

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In einer Erklärung der Republikaner hieß es, Romney habe den Abgeordneten aus dem US-Bundesstaat Wisconsin zu seinem "running mate" erklärt, also zu seinem Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten. Romney will die Entscheidung, über die seit Freitagabend mehrere US-Medien berichtet hatten, am Samstag gegen 15.00 Uhr (MESZ) bei einem Auftritt auf dem ehemaligen Kriegsschiff "USS Wisconsin" in Norfolk im Bundesstaat Virginia persönlich verkünden.

US-Präsident Barack Obama hat den frisch gekürten republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten Paul Ryan wegen seiner Vorstellungen zur Steuer- und Sozialpolitik kritisiert. Er wolle die Steuern für Reiche senken und gleichzeitig der Mittelschicht und den Rentnern neue Lasten aufbürden, hieß es am Samstag in einer Mitteilung von Obamas Wahlkampfteam. Als Kongressabgeordneter habe Ryan die „rücksichtlose“ Wirtschaftspolitik von Ex-Präsident George W. Bush mitgetragen, die zu hohen Staatsschulden und einem Zusammenbruch der Konjunktur geführt habe. Sollten er und Mitt Romney am 6. November ins Weiße Haus gewählt werden, würden beide diese „katastrophalen Fehler“ wiederholen.

Vergleich Was Obama und Romney unterscheidet

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Ryan gilt als Nachwuchsstar der republikanischen Partei. Schlagzeilen machte der Haushaltspolitiker, der mit 28 Jahren erstmals in das Abgeordnetenhaus gewählt wurde, vor allem durch seinen radikalen Kürzungskurs bei den Staatsausgaben. So steht er hinter einem vom US-Repräsentantenhaus im März verabschiedeten Haushaltsplan, der Einsparungen in Höhe von rund fünf Billionen Dollar (vier Billionen Euro) binnen zehn Jahren vorsieht. Der Plan hat allerdings keine Chance den Senat zu passieren, in dem Obamas Demokraten die Mehrheit halten.

Der Streit über die Staatsausgaben wird von den Demokraten und Republikanern in Washington besonders erbittert geführt. Ein Wahlkampf mit dem polarisierenden Ryan als Vizekandidat der Republikaner könnte eine Grundsatzdebatte über die Zukunft der US-Haushaltspolitik auslösen.

Das Team hinter Romney

  • Matt Rhoades

    Romneys Wahlkampfmanager hat die Aufgabe, hinter den Kulissen für einen geschmeidigen Ablauf der Kampagne zu sorgen. Der 37-Jährige gilt als öffentlichkeitsscheuer und gewiefter Taktiker mit exzellenten Verbindungen zu konservativen Medien. Rhoades arbeitete bereits im Team des früheren US-Präsidenten George W. Bush für dessen Wiederwahl 2004. Bei Romneys erfolglosem Anlauf auf die republikanische Kandidatur 2008 fungierte er als Kommunikationsdirektor. Zwischenzeitlich war er bei der Lobbyfirma und Politikberatung DCI Group in Washington tätig.

  • Bob White

    White gehörte in den 80er Jahren zu den Gründern der Investmentfirma Bain Capital und ist seitdem ein enger Vertrauter und Freund Romneys. Der Harvard-Absolvent war bereits bei Romneys gescheitertem Versuch dabei, dem mittlerweile verstorbenen demokratischen Senator Ted Kennedy 1994 dessen Sitz in Massachusetts abzunehmen. Auch wenn White im Wahlkampf 2012 keine offizielle politische Rolle ausfüllt, dürfte das Wort des treuen Wegbegleiters für Romney großes Gewicht haben.

  • Beth Myers

    Die "Washington Post" beschrieb Myers kürzlich als Romneys "Büro-Ehefrau" und meinte damit die enge berufliche Beziehung, die beide verbindet. Während Romney von 2003 bis 2007 in Massachusetts als Gouverneur amtierte, war Myers seine Kabinettschefin. Vor vier Jahren nahm sie die Rolle der Wahlkampfmanagerin ein. Derzeit hat sie die Aufgabe, einen geeigneten Vize-Kandidaten für Romney auszusuchen. Ihre politischen Sporen verdiente sich Myers einst im Wahlkampfteam von Ronald Reagan im Jahr 1980.

  • Eric Fehrnstorm

    Der gelernte Journalist ist ebenfalls einer der engsten Berater, der seit der Gouverneurszeit in Massachusetts zu Romneys innerem Kreis gehört. Zu seinem Verantwortungsbereich zählen vor allem die Wahlkampfspots. Im März leistete er sich einen Patzer, als er Romneys Kampagne mit einer Zaubertafel verglich - und damit den Eindruck erweckte, sein Chef könnte nach der Nominierung die erzkonservativen Töne aus dem Vorwahlkampf wegwischen und einfach durch moderatere Positionen ersetzen.

  • Peter Flaherty

    Der frühere Staatsanwalt aus Boston arbeitete zunächst in Massachusetts und dann während der Präsidentschaftsbewerbung 2008 für Romney. Anschließend gründete er mit Myers und Fehrnstrom eine Politikberatung in Washington. Im Wahlkampfteam ist er dafür zuständig, Romneys Image bei der erzkonservativen und religiösen Wählerschaft aufzupolieren.

  • Spencer Zwick

    Der erst 32-Jährige wacht über die Wahlkampfkasse von Romney, bereits vor vier Jahren war er für dessen Finanzen verantwortlich. Zwick lernte den Politiker als ehrenamtlicher Helfer bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City kennen, bei denen Romney Cheforganisator war. Beide verbindet mittlerweile ein fast familiäres Band: Romney und seine Frau Ann beschreiben den Mormonen als ihren "sechsten Sohn".

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