Wahlkampf in Frankfreich
Sarkozys Vorsprung schmilzt

Die französische Präsidentschaftswahl wird noch einmal spannend. Der Vorsprung des konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy vor der Sozialistin Ségolène Royal ist leicht geschmolzen. Heute Abend treffen beide in einem Fernsehduell aufeinander.

HB PARIS. Der Konservative Sarkozy kann nach einer BVA-Umfrage für die französische Regionalpresse am Sonntag nur noch mit 52 Prozent der Stimmen rechnen. Royal kommt auf 48 Prozent und verkürzt damit den Abstand um zwei Punkte. Die Meinungsforscher führen das auf größere Stimmenüberträge aus dem Lager des Zentrumspolitikers François Bayrou zurück.

Der Chef der Sozialistischen Partei (PS), Royals Lebensgefährte François Hollande, wies Spekulationen über eine Ernennung Bayrous zum Regierungschef zurück. Royal werde einen Premierminister aus ihrer „politischen Familie“ bestimmen, sagte Hollande. Royal habe Ex-Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn erwähnt, der für die „sozialdemokratische Erneuerung“ der PS streitet. Vorschläge zur Vereinigung der PS mit den „Antiliberalen“ – Trotzkisten und anderen Linksgruppen – wies Hollande zurück. Die PS müsse als große Partei „von der antiliberalen Linken bis zur linken Mitte“ reichen. „Man darf nicht zulassen, dass sich ein Zentrum in einem Raum etabliert, der der PS gehört.“

Mit einem Aufruf an seine 3,8 Millionen Wähler zur Stimmenthaltung hatte der Rechtsradikale Jean-Marie Le Pen die Präsidentenwahl am Dienstag wieder offener gestaltet. Sarkozy konnte bisher auf eine starke Stimmübertragung aus Le Pens Lager setzen. Eine Vorentscheidung könnte das TV-Duell Sarkozys mit Royal bringen. Sarkozy spielte die Bedeutung des Duells allerdings herunter. „Ich glaube nicht, dass die Franzosen nur nach dem Eindruck einer zweistündigen Debatte einen Präsidenten für fünf Jahre wählen“, sagte er im Rundfunk. Bei einer TV-Debatte nach der Parlamentswahl 1993 war Royal dem forschen Konservativen mit den Worten „Reden Sie nicht in diesem Ton“ ins Wort gefallen und hatte ihn zum Schweigen gebracht. Abgesehen von dem Interview hat Sarkozy am Mittwoch keine Termine, um sich auf die Debatte am Abend vorzubereiten.

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