Wahlkampf in Frankreich
Sarkozy verspricht Zuckerbrot und Peitsche

Aktuelle Umfragen geben dem französischen Präsidenten wenig Hoffnung auf eine Wiederwahl. Nicolas Sarkozy geht in die Offensive: Er sichert sich eine Ministerin als Wahlkampfsprecherin und macht erste Wahlversprechen.
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ParisFrankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will sich im Fall einer Wiederwahl für eine Reform des Tarifsystems zugunsten der Niedriglohnempfänger einsetzen. Geringverdiener sollten von der Lohnsteuer befreit werden.

Im TV-Sender France 2 betonte er zudem, Sozialhilfeempfänger zu einem gemeinnützigen Einsatz von sieben Stunden pro Woche verpflichten zu wollen. Es war Sarkozys erster Fernsehauftritt seit seiner offiziellen Kandidaturerklärung vor einer Woche.

Der nach aktuellen Umfragen stark von einer Abwahl bedrohte konservative Staatschef hat zudem allzu üppigen Vorstandsgehältern den Kampf angesagt: Über die Höhe der Vergütung für Top-Manager sollten künftig die Aktionäre entscheiden, zudem müssten „goldene Fallschirme“ für Konzernchefs abgeschafft werden, sagte der konservative Politiker dem Fernsehsender. Kritiker sagen dem Staatspräsidenten immer wieder eine zu große Nähe zu reichen Personen aus der französischen Wirtschaft nach.

Eine ihm immer wieder öffentlich vorgehaltene Siegesfeier nach seiner ersten Wahl in einem Pariser Luxusrestaurant gab er mit Blick auf die öffentliche Wahrnehmung als Fehler zu. Er würde ihn kein zweites Mal begehen, meinte er.

Als Wahlkampfsprecherin hat sich Sarkozy die bisherige Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet ausgesucht. Der Elysée-Palast gab am Mittwochabend ihren Rücktritt bekannt. Sarkozy habe Kosciusko-Morizet auf deren „eigenen Wunsch“ aus dem Amt entlassen. Sie wird sich damit ohne Rücksicht auf ihre Regierungsaufgaben ihrem neuen Amt als Sprecherin widmen können. Das Umweltministerium wird nun Premierminister François Fillon unterstellt. Die Amtsübergabe finde am Donnerstagvormittag statt, teilte dessen Büro mit.

Sarkozy hatte Kosciusko-Morizet, die in Frankreich kurz „NKM“ genannt wird, am Samstag zur Sprecherin seiner Kampagne für die Präsidentschaftswahl ernannt. Die 38-Jährige, die 2002 erstmals in die Nationalversammlung gewählt wurde, hatte seit 2007 allen Regierungen angehört.

Die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl findet am 22. April statt, die zweite am 6. Mai. Sarkozys größter Rivale bei der Wahl ist der Sozialist Francois Hollande.

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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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  • Sollte Sarkozy das, falls er gewählt wird, tatsächlich umsetzen, wäre man dort weiter als wir in Deutschland.

    Er hat offenbar zwangsmäßig erkannt, was man ändern muß.

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