Wahlkampf in Italien: Berlusconi zieht Monti davon

Wahlkampf in Italien
Berlusconi zieht Monti davon

Trotz prominenter Unterstützer halten sich die Spenden für Mario Montis Wahlkampagne in Grenzen. Nun will er sich durchs professionelles Fundraising Profi-Berater leisten. Nur so kann er gegen Silvio Berlusconi bestehen.

MailandEs ist ein wenig wie David gegen Goliath. Auf der einen Seite Mario Monti, der Außenseiter, der ehemalige EU-Kommissar, der zwar 14 Monate als Premierminister das Land geführt hat, aber keine Erfahrung mit öffentlichen Wahlen und den Umgang mit der breiten Masse hat. Auf der anderen Seiten das Milliarden-schwere Kommunikationsgenie Silvio Berlusconi.

Mario Monti kann zwar auf die Unterstützung bekannter Namen wie dem des Ferrari-Präsidenten Luca Cordero Montezemolo mit seiner Bewegung Italia Futura zählen. Aber die Unterstützung vieler Italiener ist bisher eher moralisch als finanziell. Nach einem Bericht des Corriere della Sera sind derzeit nur noch knapp vier Millionen Euro in der Kasse der Bewegung, die Monti bei den bevorstehenden Wahlen Ende Februar unterstützt. Nicht genug, um gegen Silvio Berlusconi zu bestehen, der jeden Auftritt im Fernsehen von einer Herrschar von Beratern und Journalisten vorbereiten lässt.

Monti meistert die verschiedenen Talkshow-Auftritte bisher größtenteils selbst. Das gibt ihm etwas authentisches, doch Kommunikationsprofis dürfte es manchmal kalt den Rücken runterlaufen. Seine Wahlliste hat zwar mittlerweile einen eigenen Namen: „Scelta Civica: Con Monti per l `Italia“ – „Zivile Wahl: mit Monti für Italien“. Und der 69-jährige Ökonomie-Professor twittert auch seit einiger Zeit täglich und füllt seit dieser Woche sogar seine Facebook-Seite mit aktuellen Inhalten. Aber eine wahre Kampagne des zurückgetretenen Ministerpräsidenten hat bisher noch nicht begonnen. Dem Vernehmen nach ist Monti derzeit mit dem britischen Werbe-und Kommunikationsgiganten Wwp im Gespräch. Doch das kostet.

Ein Fundraising alla americana soll es möglich machen. Mit kostenpflichtigen Abendessen und Online-Kollekte will Monti angeblich bis zu zehn Millionen einsammeln, die später dank der erhaltenen Stimmen als Wahlkampferstattung zumindest teilweise zurückfließen werden.

Geld haben seine Unterstützer. Zu ihnen gehören klanghafte Namen wie der des Gründers und Besitzers der Edel-Schuhfirma Tod`s, Diego della Valle, der des Pirelli-Chefs und Großaktionärs Marco Tronchetti Provera, und der der Fiat-Gründer-Familie Agnelli. Nun müssen sie nur noch Hand an die Geldbörse legen.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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