Wahlkampfauftakt in Afghanistan
Taliban lassen wieder Säbel rasseln

Zu Beginn des Wahlkampfs in Afghanistan hat die gestürzte radikal-islamische Taliban erneut gedroht, die Präsidentenwahl im Oktober mit Anschlägen zu stören. Der Einsatz von Gewalt ist nicht ausgeschlossen.

HB KABUL. Taliban-Sprecher Abdel Latif Hakimi bekräftigte am Dienstag, Anschläge auf alle Präsidentschafts- und Parlamentsanwärter sowie alle Wähler zu verüben. „Sie werden zu unserem Ziel für Attentate aller Art“, sagte er.

Der Wahlkampf der für den 9. Oktober geplanten Präsidentenwahl begann unterdessen schleppend. Viele Einwohner der Hauptstadt Kabuls wussten mangels größerer Wahlkampfveranstaltungen gar nichts von dem offiziellen Auftakt. Erst am Vorabend war es erneut zu Gewalt in der südlichen Provinz Sabul gekommen. Bei Angriffen starben offiziellen Angaben zufolge insgesamt sechs Taliban-Kämpfer und ein afghanischer Soldat.

Für das Präsidentenamt bewerben sich 18 Kandidaten. Der von den USA unterstützte Amtsinhaber Hamid Karsai gilt als klarer Favorit. Für die Wahl haben sich mehr als 10,5 Millionen der schätzungsweise bis zu 28 Millionen Afghanen registriert. „Ich wusste nichts von dem Beginn des Wahlkampfes, aber ich hoffe, dass diese Wahl Frieden und Sicherheit bringen wird“, sagte ein 45-jähriger Afghane.

Regierungsangaben zufolge griffen am Vorabend rund 70 Taliban-Kämpfer ein Verwaltungsgebäude in der Provinz Sabul an. Dabei seien mindestens vier Taliban-Kämpfer und ein afghanischer Soldat getötet worden. Bei einem Angriff auf einen Konvoi der US- und der afghanischen Armee seien zudem zwei Taliban-Kämpfer ums Leben gekommen.

Anhänger der 2001 von den USA gestürzten Taliban sind vor allem im Süden und Osten Afghanistans aktiv. In den vergangenen zwölf Monaten sind bei Anschlägen und Übergriffen mehr als 1 000 Menschen getötet worden. Rund 18.000 US-Soldaten sind in dem Land im Einsatz, um Anhänger der Taliban sowie des Netzwerkes des Moslemextremisten Osama bin Laden zu bekämpfen.

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