Wahlkampfspenden
Ja zur Homo-Ehe bringt Obama Millionen

Barack Obamas historisches Bekenntnis zur gleichgeschlechtlichen Ehe ist ein kluger Schachzug. Der US-Präsident weckt damit neue Begeisterung bei enttäuschten Fans – und sorgt nebenbei für Geld in der Wahlkampfkasse.
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WashingtonBarack Obama hat dieser Tage so richtig gute Laune. Am Donnerstagabend strahlte er mit George Clooney um die Wette, als der Schauspieler in seiner Villa in Los Angeles für den US-Präsidenten ein Dinner ausrichtete. Es ist die bislang einträglichste Spendengala dieses Wahlkampfes: Die 150 Gäste aus der Glitzerwelt Hollywoods mussten jeweils 40.000 Dollar für einen Platz hinblättern. Bis zu 16 Millionen Dollar könnten so für die Wahlkampfkasse zusammenkommen, hoffen Obama-Helfer.

In Hollywood ist man dem Präsidenten überwiegend freundlich gesinnt, und umso mehr seit dessen spektakulären Coups vom Vortag. In einem TV-Interview hatte sich Obama am Mittwoch als erster Präsident der Geschichte dafür ausgesprochen, die Homo-Ehe zu legalisieren. „Gleichgeschlechtliche Paare sollten heiraten dürfen“ – dieser Satz elektrisiert seitdem das Land.

Obama mag viele Gründe gehabt haben für sein unerwartet klares Bekenntnis (das im Wahlkampf 2008 noch ganz anders ausgefallen war). Er mag ehrlich von der Homo-Ehe überzeugt sein oder in ihr ein Thema sehen, das die eigenen Anhänger mobilisiert und gleichzeitig den republikanischen Rivalen Mitt Romney als rückständigen Moralapostel dastehen lässt. Es mag auch der Druck gewesen sein, den Vizepräsident Joe Biden erzeugt hatte, als er drei Tage zuvor mit einem ähnlichen Bekenntnis überraschte. Es gibt aber auch handfeste wirtschaftliche Gründe: Das Ja zur Homo-Ehe lässt die Spendenkasse klingeln.

Seit Obamas Interview freut sich sein Wahlkampfteam über starke Zuwächse an Geldern, berichtet die „Washington Post“. Bereits Minuten, nachdem die Meldung über die Nachrichtenticker lief, sei der Spendenfluss angeschwollen, berichtete ein Insider dem Blatt, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Die Resonanz sei „verblüffend“ gewesen. Damit der Geldstrom nicht abreißt, legte Obama persönlich am Mittwochabend in einer Botschaft an seine Fans nach: „Wenn Du kannst, bitte spende noch heute“.

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