Wahlkampfveranstaltung Deutsche Politiker üben scharfe Kritik an Erdogan

In Köln geht Ministerpräsident Erdogan am Samstag auf Stimmenfang. Doch die Stimmung ist nach dem Grubenunglück in der Türkei aufgeheizt. Tausende Gegendemonstranten werden erwartet, Politiker raten zur Absage.
Update: 19.05.2014 - 06:28 Uhr 15 Kommentare

Türkische Polizei nimmt Verdächtige fest

Köln/IstanbulNach dem Grubenunglück in Soma haben sich deutsche Politiker parteiübergreifend gegen einen geplanten Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln ausgesprochen. Politiker von CDU/CSU, SPD und Grünen warfen Erdogan vor, ungeachtet der Katastrophe in der Türkei mit mehr als 300 Toten Wahlkampf in Deutschland betreiben zu wollen. Erdogan will am kommenden Samstag in der Lanxess-Arena sprechen. Das Verhalten seiner Regierung nach dem Grubenunglück war in die Kritik geraten.

Vor dem Hintergrund der Katastrophe in Soma sei „dieser Auftritt in Deutschland das völlig falsche Signal“, sagte der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), der „Bild“-Zeitung. „Herr Erdogan sollte auf seinen Auftritt in Köln verzichten.“ Der Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thomas Strobl, kritisierte: „Es ist nicht in Ordnung, dass Erdogan in Deutschland Wahlkampf macht.“

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) sagte der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“: „Der Besuch kommt einem Missbrauch des Gastrechts nahe.“ Grünen-Chef Cem Özdemir kritisierte, mit seiner Reaktion auf das Grubenunglück in der Türkei verwandele Erdogan die tiefe Trauer vieler Türken in Wut. Der Regierungschef könne jetzt nicht einfach Wahlkampf machen.

In Köln laufen bereits die Vorbereitungen auf den Besuch Erdogans. Die Polizei rechnet mit einem Großeinsatz. Zu Kundgebungen hätten sich bereits mehr als 10.000 Demonstranten angemeldet, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Berufung auf die Behörden. Den womöglich größten Protest organisiere die Alevitische Gemeinde Deutschland.

Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) riet Erdogan indirekt, den Besuch abzusagen. „Für mich als verantwortungsbewusster Politiker wäre die Entscheidung angesichts der dramatischen und noch zu klärenden Ereignisse mit so vielen Toten klar – es gibt jetzt Wichtigeres, als reine Wahlkampftermine im Ausland wahrzunehmen“, sagte er der Zeitung.

„Ausladen ist keine Haltung“
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15 Kommentare zu "Wahlkampfveranstaltung: Deutsche Politiker üben scharfe Kritik an Erdogan"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • (..).. was würde Erdogan wohl mit den Softballspielern der EU machen, wenn Schröder und Fischer es geschafft hätten das die Türkei heute Mitglied wäre...??

  • Dieser Vogel hat hier nichts zu suchen! Es ist eine Frechheit, wenn er reingelassen würde.

  • @jeb

    Er wurden nicht von deutschen Politikern eingeladen.

    Ohne Zustimmung und Zusage hiesiger Politiker zu seiner Sicherheit könnte er nicht kommen. Daher ist das eine Einladung.

    Meine Hoffnung das die 500 000 Tausend vertriebenen Kurden endlich ein Signal setzen, dass sie nicht mehr von deutschen Medien verschwiegen werden können.

  • …....gegen einen geplanten Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln ausgesprochen

    Was heißt überhaupt „ausgesprochen, zu verzichten“ der gehört unter - und abgesagt von der deutschen Politik, oder hat uns diese Klientel schon so weit im Griff das wir auf deren „Wohlwollen“ angewiesen sind???

    Noch eine andere Frage, wer zahlt den Einsatz der Sicherheitskräfte und, was schon im Voraus zu erwarten ist, die Verletzungen der Beamten und Sachschäden, erhält Erdogan oder der türkische Staat die Rechnung dafür oder zahlt der „deutsche Dummmichel“ sprich deutscher Steuerzahler wieder dafür und verzichtet lieber auf Schwimmbäder, Infrastruktur Saugt uns, die Sozialkassen, gerade diese Klientel nicht schon genug aus? (H4, Kindergeld, Islamisten, Straftaten, Moscheen usw.

    „Erdogan darf seine Wahlkampfschlachten nicht nach Deutschland verlagern.“

    Wie Blauäugig doch unsere Politiker sind wenn sie etwas anderes von der Seite erwarten?

    Die Türkische Gemeinde in Deutschland hält nichts davon, Erdogan von seinem Auftritt in Köln abzubringen. „Ausladen ist keine Haltung“, sagte der Co-Vorsitzende Gökay Sofuoglu …..

    Was erlauben sich die eigentlich wieder ein mal als Ausländer sich zu deutschen innenpolitischen Angelegenheiten zu äußern und auch wieder zu fordern, aber fordern das hat ja schon Tradition.

    Wenn der Staat, (es wäre nicht das erste mal) Erdogan nicht verbietet hier Wahlkampf zu betreiben hätte Deutschland sich wieder ein Stückchen weiter abgeschafft.

  • einfach ignorieren, diesen Muggel.

    Naja, die Muggel-Presse berichtet natürlich ausgiebig in Muggel-Manier über Muggel-Politiker.

  • @DINO54

    "Bei evtl. Ausschreitungen, wer kommt für den angerichteten Schaden auf, bezahlt den Polizeieinsatz ?"

    Ich hoffe doch die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die ihn zu dieser Veranstaltung eingeladen hat.

  • @günther schemutat

    "Kein Deutscher maßgeblicher Politiker wird jemals Erdogan ausladen..."

    Er wurde nicht von deutschen Politikern eingeladen.

    Sein Besuch ist privater Natur und wenn er glaubt Schutz zu benötigen, soll der die deutsche Polizei engagieren und dafür angemessen bezahlen.

  • Bei evtl. Ausschreitungen, wer kommt für den angerichteten Schaden auf, bezahlt den Polizeieinsatz ?

  • Für den sollte man ein Einreiseverbot verhängen.
    Was wäre wohl los, wenn ein deutscher Politiker in der Türkei eine Wahlkampfveranstaltung machen würde. Abgesehen von dem ganzen was die anderen Foren-Teilnehmer schon geschrieben haben.

  • Es ist nicht zu fassen, dieser Despot darf seinen Wahlkampf in Deutschland führen. Das Problem ist natürlich ein anderes, es beginnt mit den Doppelpässen und hört bei den Islamkonferenzen nicht auf. Wir benötigen dringend einen neuen Prinz Eugen!

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