Wahllokale schließen um 20 Uhr (13 Uhr MESZ)
Japaner strömen zu den Wahlurnen

Bei der Unterhauswahl in Japan zeichnete sich am Sonntag eine höhere Wahlbeteiligung als bei der vorherigen Wahl 2003 ab. Bis zum Sonntagvormittag gaben jedenfalls mehr Menschen ihre Stimme ab als beim Urnengang vor zwei Jahren.

HB TOKIO. Bis 11 Uhr habe die Beteiligung bei 20,6 Prozent gelegen, meldete die Zeitung „Yomiuri Shimbun“. Bei der Wahl 2003 lag sie zur gleichen Zeit 2,6 Prozentpunkte niedriger. Rund 103,4 Millionen Wahlberichtigte sind aufgerufen, über die Besetzung der 480 Sitze umfassenden Parlamentskammer abzustimmen. Die Wahllokale schließen um 20 Uhr (13 Uhr MESZ).

Ministerpräsident Junichiro Koizumi kann laut Umfragen im Vorfeld mit einer Mehrheit für seine Koalition aus Liberaldemokraten (LDP) und Komeito rechnen. Im Falle eines Scheiterns wollte er zurücktreten.

Der 63-jährige hat die Wahl zu einem Votum über seine Reform-Agenda erklärt, in deren Mittelpunkt die umstrittene Privatisierung eines der größten staatlichen Unternehmen des Landes, der Post, steht. Koizumi setzte Neuwahlen an, nachdem er für seine Pläne im Parlament keine Mehrheit erhalten hatte.

Sein Gegenspieler Katsuya Okada, Vorsitzender der größten Oppositionspartei der Demokraten (DPJ), hatte im Vorfeld ebenfalls seinen Rücktritt als Parteichef angekündigt, sollte es der DPJ nicht gelingen, Koizumis LDP bei der Parlamentswahl die Macht zu entreißen. Koizumi hatte die Neuwahlen angesetzt, nachdem ein Gesetzespaket zur Postreform und damit das Herzstück seines Strukturreformprogramms wegen Rebellen in seiner eigenen Partei im Parlament gescheitert war.

Gegen die Abweichler im Unterhaus hat Koizumi prominente Gegenkandidaten ins Feld geführt, darunter mehrere Frauen sowie den erst 32 Jahre alten Internet-Mogul Takafumi Horie. Damit hatte die LDP vor der Wahl noch 212 Sitze im Unterhaus und ihr buddhistisch orientierter Koalitionspartner Komeito 34, zusammen also fünf Sitze mehr als für die Erlangung der Mehrheit im Unterhaus des Parlaments notwendig ist. Die Demokratische Partei DPJ hatte zuletzt 177 Sitze.

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