Wahlschlappe in Kalifornien
Meg Whitman und Carly Fiorina scheitern

Bei den US-Wahlen haben die Demokraten auf Gouverneursebene herbe Verluste erlitten: Mindestens acht Posten musste die Partei von Präsident Barack Obama an die Republikaner abgeben. In Kalifornien triumphierten die Demokraten hingegen - mit einem 72-jährigen Kandidaten. Die ehemalige Ebay-Chefin Whitman, die viel Geld in den Wahlkampf gesteckt hatte, musste klein beigeben. Auch Carly Fiorina, Ex-CEO bei Hewlett Packard, verlor. Sie hatte sich im Sonnenstaat um einen Platz im Senat beworben.
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HB WASHINGTON. Konservative Gouverneure regieren künftig die ehemals demokratisch regierten Staaten Kansas, Oklahoma, Tennessee, Pennsylvania, Michigan, Wyoming, New Mexico und Wisconsin. Während South Carolina mit der Republikanerin Nikki Haley die erste Gouverneurin asiatischer Abstammung bekommt, wird New Mexico künftig von einer Frau mit lateinamerikanischen Wurzeln regiert. Die Republikanerin Susana Martinez setzte sich hier gegen ihre demokratische Konkurrentin Diane Denish durch.

In Kalifornien triumphierten die Demokraten hingegen. Ihr Kandidat Jerry Brown setzte sich als Nachfolger des Republikaners Arnold Schwarzenegger durch. Die ehemalige Ebay-Chefin Meg Whitman, die über 140 Mio. Dollar aus eigener Tasche in den Wahlkampf gepumpt hatte, unterlag.

Sieg auch für den Demokraten Andrew Cuomo im Staat New York. Der Ex-Generalstaatsanwalt des Bundesstaates gewann gegen den konservativen Bauunternehmer Carl Paladino. Offen blieb zunächst das Rennen um den Bundesstaat Florida: Dort lieferte sich der republikanische Kandidat Rick Scott ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit seiner demokratischen Konkurrentin Alex Sink.

Wackelig wurde es für die Demokraten auch im Kohlestaat Ohio, wo der demokratische Gouverneur Ted Strickland um seine Wiederwahl bangen musste. Ohio zählt wegen seiner Wechselwähler zu den sogenannten „Swing States“, die bei Präsidentschaftswahlen oft das Zünglein an der Waage sind.

Insgesamt werden 37 Regierungschefs der 50 US-Bundesstaaten neubestimmt. Gouverneure sind den Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer vergleichbar. Besonderen Einfluss haben sie bei der Neugestaltung der Wahlkreise bei der Präsidentschaftswahl.

Bei der Senatswahl in Kalifornien reichte es für Carly Fiorina nicht zur Mehrheit: Als Kandidatin der Republikaner kam Fiorina beim Auszählungsstand von 81 Prozent nur auf 43,2 Prozent - zu wenig, um die langjährige Senatorin Barbara Boxer aus dem Kongress in Washington zu vertreiben; die Kandidatin der regierenden Demokraten gewann zum elften Mal in Folge. Die 56-jährige Fiorina stand von 1999 bis 2005 an der Spitze des PC-Weltmarktführers HP. Am Wahlabend vermied sie es zunächst, ihre Niederlage offiziell einzugestehen. Aber auf einer Wahlparty in Hollywood sagte sie nach einem Bericht der "Los Angeles Times" mit Blick auf den Wahlsieg der Republikaner im Repräsentantenhaus, der zweiten Kammer des US-Parlaments: "Heute Abend ist es toll, bei den Republikanern zu sein." Mit Blick auf das eigene Ergebnis fügte sie allerdings hinzu: "Kalifornien ist halt immer ein bisschen anders, stimmts?"

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