Wall-Street-Besetzung

245 Demonstranten festgenommen

Nach der Räumung ihres Protestcamps wollten die Anti-Banken-Demonstranten die New Yorker Börse stürmen. Beim Großeinsatz der Polizei gab es Hunderte Festnahmen und auch Verletzte - der Protest eskaliert.
Update: 18.11.2011 - 07:33 Uhr 12 Kommentare

Protesttag in New York

New YorkBelagerungszustand nicht nur an der Wall Street: Bei Protesten der „Occupy Wall Street“-Bewegung ist es am Donnerstag in New York zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Wie US-Medien berichten, wurden mindestens 245 Menschen festgenommen. Zehn Demonstranten und sieben Polizisten wurden bei den Zusammenstößen in der Nähe der Börse verletzt. Einigen Beamten soll von den Aktivisten eine brennende Flüssigkeit in die Augen gespritzt worden sein.

Tausende Menschen waren nach Aufrufen über Netzwerke wie Facebook in das Herz des New Yorker Finanzbezirks gekommen, um gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Am „Day of Action“, dem „Tag der Aktion“, zogen sie durch die Stadt, besetzten U-Bahnstationen und Plätze. In den späten Abendstunden liefen die Massen mit Lichtern und Plakaten über die Brooklyn Bridge.

Straßensperren hinderten die Aktivisten bei den Protestmärschen tagsüber daran, direkt zur New Yorker Börse vorzustoßen. Die Polizei hatte ihre Sicherheitsvorkehrungen um das ohnehin seit zwei Monaten weitgehend abgeriegelte Gebäude verstärkt. Eisengitter und Beamte in Kampfmontur versperrten den Demonstranten den Weg ins Herz des Finanzbezirks. Menschen, die zu ihren Arbeitsplätzen wollten, mussten scharfe Kontrollen über sich ergehen lassen.

Ihr Vorhaben, die Börse lahm zu legen, konnten die Demonstranten jedoch nicht umsetzen. Zu Festnahmen und Zusammenstößen kam es anschließend, als einige Aktivisten versuchten, die Metallabsperrungen rund um den Zuccotti Park, dem früheren Nachtlager der Bewegung, wegzutragen. Bei einem „Sit-in“, einer „Sitzbesetzung“ am nahe gelegenen Foley Square direkt vor dem Gerichtsgebäude kam es später zu neuen Festnahmen.

Occupy-Demonstranten sind zurück

Die Stimmung zwischen der Polizei und den Anhängern von „Occupy Wall Street“ war diese Woche aufgeheizt worden, als die Demonstranten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus dem Zuccotti Park vertrieben wurden. Bürgermeister Michael Bloomberg hatte das Zeltlager in der Nacht zum Dienstag räumen lassen. Es kam zu Festnahmen, die Demonstranten machten am darauf folgenden Morgen mit Sprechchören ihrem Unmut Luft. „Occupy Wall Street“ („Besetzt die Wall Street“) kämpft seit Mitte September gegen die Macht der Banken und für mehr soziale Gerechtigkeit.

Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet. In den Augen der Demonstranten steht das bekannte Börsengebäude an der Wall als Symbol für die verhasste Finanzwelt, für die Ausbeutung der einfachen Menschen durch eine kleine Elite. In anderen US-Städten fanden weitgehend friedliche Proteste gegen das weltweite Finanzsystem statt, unter anderem in Washington, Los Angeles und Las Vegas. In Portland wurden 20 Personen wegen einer Sitzblockade auf einer Brücke festgenommen.

  • dapd
  • dpa
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12 Kommentare zu "Wall-Street-Besetzung: Polizei nimmt Hunderte Occupy-Demonstranten fest"

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  • Ja, das Internet die modernste aller Religionen. Wahrheitsschaffende, Demokratiespenderin und Nivelliererin aller Unterschiede. Die größte Blödmaschine der Welt.

  • mein gott, wie lausig. wer will nochmal schnelles geld? es geht hier darum, dass die schere zwischen arm und reich zu schnell auseinanderklafft, weil die raffgierigen nicht genug bekommen können und die armen sich sorgen müssen, nicht krank zu werden, damit sie überleben können. obama hats nicht geschaft, diese scher auseinanderzubrechen. ist doch klar, dass einige nun richtig sauer sind. aber statt die wallstreet zu stürmen sollten diese die wohngebiete der reichen idioten verwüsten. das würde denen mehr angst machen. deswegen glaube ich auch, dass die meisten demonstranten wirklich dumm sind. wie kann man davon ausgehen, in new york city krawalle anzustellen. dort können hundertschaften von polizisten schnell alles eindämmen. aber in vororten, wo die reichen sitzen, da würde eine solche aktion schneller angstschweiß bei den eliten ausbrechen lassen.

  • "Einigen Beamten soll von den Aktivisten eine brennende Flüssigkeit in die Augen gespritzt worden sein."
    Gibt es ein Video dazu? Ansonsten ist es nicht passiert. Im Gegensatz zum Pfefferspray-Angriff auf Demonstrantinnen durch die Polizei, der im Internet gut dokumentiert ist.

  • Nein die sind eher asozial veranlagt , ihre Hauptbeschäftigung ist Forderungen zustellen von denen sie selber nicht glauben das sie erfüllbar sind .
    Eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft erwarten sie von diesem arbeitsscheuem Gesindel lieber nicht , die wollen nur das schnelle Geld !

  • @guenni7

    Die haben ihr Geld gut angelegt und lassen die Wall Street Junckies fuer sich arbeiten :-)

  • Müssen diese "Occupisten" eigentlich nicht arbeiten?
    Oder geht die Weltrevolution vor?

  • Die Zeit ist reif fuer den Sturm des Volkes auf Finanzkriminelle, Verwaltende Selbstversorgende Diktatur und Finanzmafia.

    Nur organiesiertes gemeinsames Handeln des Volkes wird die fette Maden und Parisien letztendlich eliminieren, alles andere ist Utopie!!

    Rufen wir weltweit den Volksaufstand aus, es gibt fuer's Volk nichts mehr zu verlieren. Verlieren kann nur die Lobby!

  • 90 % der amerikanischen Bevölkerung über 21 ist strohblöd.
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    @ pazi63
    Wenn es so ist , und diese 90 % wie hier zu sehen auch noch Gewaltbereit sind, gibt es bewährte mittel um sie zu resozialisieren , Wasserwerfer,Gummiknüppel und Tränengas !!!

  • Das ist erst der Anfang. Die Amerikaner sind knallhart wenn es um ihr System geht und das ist und bleibt rein kapitalistisch. Leider hat Geld und Niveau nichts miteinander zu tun. Ich habe eine halbes Jahr in USA gearbeitet und war Gottfroh wieder nach Europa zu kommen. 90 % der amerikanischen Bevölkerung über 21 ist strohblöd.
    Die US-Amerikaner die Bildung haben sind dafür Weltklasse, nur leider zu wenige um den Kapitalismus auf demokratisches Niveau zu bringen.
    Die Damen und Herren an der Wall-Street werden sich nicht in Suppe spucken lassen, egal mit welchen Mitteln. Und es ist auch ganz klar warum: Die brauchen keine Wählerstimmen!!

  • Denen fehlt ganz klar eine Lobby. Und es bezeichnend fuer die Kraefteverhaeltnisse in den USA, dass sich keine gefunden hat.

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