Walter Bau
Prinzen-Jet bleibt gepfändet

Das gepfändete Flugzeug des thailändischen Kronprinzen bleibt vorerst am Boden. Thailands Außenminister reiste eigens nach Berlin, konnte aber im Außenamt nichts erreichen.
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München/Bangkok/BerlinDer thailändische Kronprinz Maha Vajiralongkorn muss auf seine in München gepfändete Boeing 737 vorerst weiter verzichten. Ein Eilantrag seiner Anwälte auf Freigabe der Maschine scheiterte zunächst - das Landgericht Landshut traf am Freitag keine Entscheidung. Die Maschine bleibt somit versiegelt auf dem Münchner Flughafen.

Auch Thailands Außenminister Kasit Piromya, der wegen des Vorgangs eigens nach Berlin gereist war, erreichte bei einem Gespräch im Auswärtigen Amt mit Staatsministerin Cornelia Pieper nichts greifbares. Zwar bedauerte Pieper im Namen der Bundesregierung „Unannehmlichkeiten“ für den Kronprinzen. Gleichzeitig machte sie aber deutlich, dass die Regierung nicht helfen kann.

„Der Fall liegt nun in den Händen der unabhängigen deutschen Justiz“, erklärte Pieper. Sie hoffe auch rasche Lösungen. Die Bundesregierung habe Thailand wiederholt gebeten, die offene Forderung zu begleichen. Beide Länder seien willens, den Vorgang nicht zu einer Belastung für ihre Beziehungen werden zu lassen.

Vor seiner Abreise nach Berlin hatte Piromya nach einem Bericht der „Bangkok Post“ vor einer Belastung für die deutsch-thailändischen Beziehungen gewarnt, sollte es kein zufriedenstellendes Ergebnis geben. Er sprach von einem „Riesenfehler“ der deutschen Behörden.

Der Insolvenzverwalter des Baukonzerns Walter Bau, Werner Schneider, hatte die Boeing in einer Nacht- und Nebelaktion am Dienstag pfänden lassen. Hintergrund ist eine Millionenforderung von Walter Bau gegen den thailändischen Staat, die auf einen Streit um eine bei Bangkok gebaute Maut-Autobahn zurückgeht.#

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  • Werner Schneider sollte das Bundesverdienstkreuz bekommen.

    Wenn irgendein Kabinettsmitglied auch nur ein 10tel soviel "Arsch in der Hose" hätte (Merkels Fettarsch zählt nicht), dann wären wir weltweit wieder eine hochgeachtete Nation.

  • Denken Sie dran.

  • Dieser Fall soll auch als Warnung an Griechenland, Irland und Portugal verstanden werden. Keine Gläubiger kann gezwungen werden, auf seine Ansprüche zu verzichten. Es wird immer wieder Möglichkeiten geben, in das Vermögen fremder Staaten die Zwangsvollstreckung zu betreiben.

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