Waren dürfen wieder passieren
Grenzübergang in den Gazastreifen wieder geöffnet

Das Hin und Her um den israelischen Grenzübergang in den Gazastreifen geht weiter: Nach einer kurzzeitigen erneuten Sperrung am Montagabend ist die Grenze seit Mittwoch wieder geöffnet – diesmal durften sogar zum ersten Mal seit Machtübernahme der Hamas Baumaterialien wie Zement passieren.

HB TEL AVIV/JERUSALEM. Israel hat die Grenzübergänge in den Gazastreifen für Waren wieder freigegeben. Dschihad Salim, ein Sprecher für palästinensische Transportgesellschaften, sagte am Mittwoch, Israel habe die Übergänge Karni und Sufa geöffnet. Man erwarte die Einreise von insgesamt 80 Lastwagen im Verlauf des Tages, darunter auch fünf mit Zement beladene Fahrzeuge.

Der israelische Rundfunk meldete, Israel wolle erstmals seit der gewaltsamen Übernahme der Kontrolle im Gazastreifen durch die radikalislamische Hamas-Organisation die Lieferung von Zement als Baumaterial in das Palästinensergebiet erlauben. Salim erklärte, man rechne für kommende Woche mit der Lieferung von mehr Baumaterialien.

Fünf Lastwagen am Tag seien nicht ausreichend. Vor Juni vergangenen Jahres seien täglich insgesamt bis zu 500 Lieferwagen in den Gazastreifen gefahren, einschließlich der Lebensmittellieferungen.

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hatte die Wiedereröffnung angeordnet. Israel hatte die Warenübergänge knapp zwei Wochen nach Vereinbarung einer Waffenruhe mit den militanten Palästinensergruppen wieder geschlossen, nachdem am Montagabend eine Rakete im israelischen Grenzgebiet eingeschlagen war. Auch zuvor waren Warentransporte nur in minimalem Umfang gestattet worden. Hamas hat erklärt, man halte sich an die Waffenruhe. Mehrere Palästinenser seien wegen Verstößen festgenommen worden.

Nur wenige Stunden nach dieser Entscheidung hat ein palästinensischer Attentäter bei einer wilden Amokfahrt mit einem Bulldozer am Mittwoch in Jerusalem mindestens zwei Israelis getötet. Etwa 40 weitere Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt, als der Fahrer mit der Schaufel des Baufahrzeugs auf der zentralen Jaffa-Straße mehrere Autos demolierte und einen Autobus auf die Seite warf. Ein Polizist gab den Angaben aus unmittelbarer Nähe mehrere Schüsse auf den Fahrer ab und tötete ihn. Nach Polizeiangaben stammte der Attentäter aus dem arabischen Ost-Jerusalem und war als Krimineller bekannt.

Augenzeugen berichteten von Bildern wie aus einem Albtraum. Der Fahrer, ein junger Mann, habe mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck mehrere Fahrzeuge gerammt, darunter zwei Autobusse, und sie teilweise mit sich geschleift. Eine Frau sei in ihrem Auto von der Schaufel des Bulldozers zu Tode gedrückt worden. Mehrere demolierte Autos lagen am Straßenrand. Hubschrauber kreisten über dem Ort des Anschlags.

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