Warnung an Khartum
Blair: Weltgemeinschaft hält Druck auf Sudan aufrecht

Auf den Sudan wird die Weltgemeinschaft nach Worten des britischen Premierministers Tony Blair den Druck solange aufrecht erhalten bis die Gewalt in der Krisenregion Darfur beendet und ein umfassendes Friedensabkommen vereinbart ist.

HB KHARTUM. „Die internationale Aufmerksamkeit wird nicht weichen, solange diese Frage nicht beantwortet ist“, sagte Blair am Mittwoch nach Gesprächen mit Sudans Präsident Omar Hassan al-Baschir in Khartum. Der Premierminister ist der hochrangigste Politiker eines westlichen Landes, der den Sudan seit Ausbruch der Darfur-Krise besucht. Er bescheinigte dem Land Fortschritte bei der Öffnung für internationale Hilfsorganisationen. Anders als die US-Regierung vermied es der Regierungschef der ehemaligen Kolonialmacht des Sudan, von einem Völkermord in Darfur zu sprechen. Er bekräftigte zugleich, keine britischen oder europäischen Truppen in das Land zu schicken.

Nach Schätzungen der Uno haben arabische Milizen in Darfur 50 000 Angehörige der schwarzafrikanischen Bevölkerung getötet. Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Uno spricht von der weltweit schwersten Katastrophe. Die schwarzafrikanischen Rebellen werfen der Regierung in Khartum vor, die Milizen zu unterstützen.

Blair forderte, die sudanesische Regierung solle die Milizen unter ihre Kontrolle bringen, einen Waffenstillstand mit den Rebellen aushandeln und die Forderungen der Vereinten Nationen (Uno) erfüllen. Auch solle die Führung in Khartum deutlich mehr der von der Afrikanischen Union (AU) abgestellten Beobachter ins Land lassen. „Wir wollen, dass sich die Regierung verpflichtet, bis zum Jahresende ein umfassendes Abkommen zu vereinbaren“, stellte Blair klar.

Die Uno warnten derweil, sie könnten die Krise in Darfur nicht bewältigen, wenn sich die Lage in der Region nicht bessere. „Wir bekommen einen Bericht nach dem anderen über Zusammenstöße, Brüche des Waffenstillstands und so weiter“, sagte eine Sprecherin der Uno-Mission im Sudan. „Die Sicherheitslage hat sich also nicht verbessert.“ Bald könne ein Drittel der sechs Millionen Bewohner Darfurs von der Gewalt betroffen sein. Uno-Generalsekretär Kofi Annan hatte zuletzt gesagt, der Sudan habe im vergangenen Monat keinerlei Fortschritte gemacht, um die Gewalt zu stoppen.

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