Warnung gen Israel
„Südlibanon wird das Grab der Zionisten“

Der Chef der radikalislamischen Hisbollah, Scheich Sajjed Hassan Nasrallah, hat als Reaktion auf die nochmalige Ausweitung der israelischen Bodenoffensive im Südlibanon, die am Abend begann, massivere Angriffe auf Haifa angekündigt und die Araber zum Verlassen der israelischen Hafenstadt aufgerufen. Zugleich begrüßte er den Plan für eine Stationierung libanesischer Soldaten in der Grenzregion. Beim Ringen um eine UN-Resolution für ein Ende des Libanon-Kriegs zeichnete sich derweil am Mittwoch zunächst keine Einigung ab.

HB BEIRUT/JERUSALEM. Am Mittwochabend rückten israelische Verbände gepanzerter Fahrzeuge unter dem Schutz von heftigen Artillerie-Feuer in den Süden des Libanons vor und läuteten damit die angekündigte Ausweitung der israelischen Bodenoffensive ein. Sie verstärken die 10 000 Soldaten, die bereits im Libanon stationiert sind gegen die schiitische Hisbollah-Miliz vorgehen, die sich auch am Mittwoch erbittert zur Wehr setzte.

Nasrallah drohte am Mittwoch damit, den Südlibanon in einen Friedhof für einrückende israelische Soldaten zu verwandeln. Die seit vier Wochen andauernden Angriffe der israelischen Armee hätten die Fähigkeit der radikal-islamischen Hisbollah, Raketen abzufeuern, nicht geschwächt. In einer Fernsehansprache drohte er zudem mit neuen Angriffen, etwa auf die israelische Hafenstadt Haifa. „Wir haben bislang wegen euch gezögert, die Stadt anzugreifen..., deswegen verlasst jetzt bitte die Stadt.“ Haifa wurde allerdings schon mehrfach von Raketen der Hisbollah getroffen, wobei rund ein Dutzend Menschen ums Leben kamen, darunter acht Arbeiter eines Eisenbahn-Reparaturwerks.

Nach Worten Nasrallahs haben die Hisbollah-Guerillas seit Beginn der Kämpfe vor vier Wochen „mehr als 60 Panzer zerstört, über 100 israelische Soldaten getötet und 400 verwundet“. Die Israelis könnten „besetzen, was sie wollen, aber sie werden es nicht schaffen, dort zu bleiben, und wir werden den Süden (Libanons) in das Grab der Zionisten verwandeln“, sagte Nasrallah. Er kündigte an, seine Miliz werde „bis zum letzten Schuss“ kämpfen.

Er widersetze sich nicht dem Vorschlag der Beiruter Regierung, 15 000 libanesische Soldaten im Südlibanon zu stationieren. „Wir haben akzeptiert, dass die Armee in den Südlibanon geht..., aber wir sorgen uns immer noch um die Armee, weil sie nicht gut ausgerüstet ist, um einem solchen Feind (Israel) entgegenzutreten.“ Es könne zu einem „ungleichen Kampf“ kommen. „Die Streitkräfte könnten innerhalb weniger Tage zerschlagen werden. Aber wenn das ganze Land meint, dass die Entsendung der Armee in den Süden des Libanos den Konflikt lösen wird, dann werden wir kein Hindernis in dieser Frage sein, denn die Armee würde die Souveränität des Landes retten."

Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora hatte vorgeschlagen, nach einem israelischen Rückzug aus dem Libanon 15 000 Mann an der Grenze zu stationieren. Nasrallah sagte, dies sei besser als die Entsendung einer internationalen Truppe, von der man nicht wisse, wer ihr die Befehle erteilen werde.

Er kritisierte den französisch-amerikanischen Entwurf für eine UN-Resolution als „unfair und ungerecht“. Darin habe Israel mehr bekommen als es gefordert habe. Nach Kritik der libanesischen Regierung und anderer arabischer Staaten soll der Resolutionsentwurf überarbeitet werden.

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