Warnung vor Handelskrieg China zeigt Trump die Grenzen auf

Peking warnt vor einem Handelskrieg. Die von den USA angekündigte Untersuchung von Chinas Handelspraktiken könne die WTO-Regeln zerstören. Steuert Washington nicht um, will China entschieden reagieren.
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China warnt die USA vor der „Zerstörung“ der WTO-Werte. Quelle: AP
Trump auf Konfrontationskurs mit China

China warnt die USA vor der „Zerstörung“ der WTO-Werte.

(Foto: AP)

PekingChina demonstriert seine Stärke. Kurz nachdem US-Präsident Donald Trump bei einer Zeremonie im Weißen Haus eine Untersuchung zu Chinas Handelspraktiken angeordnet hat, kontert Peking in deutlichen Worten. Die USA drohten zur „Zerstörerin multilateraler Regeln zu werden“, warnte das Handelsministerium. Das Vorgehen der Vereinigten Staaten sei nicht von den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) gedeckt.

China werde von den USA falsch dargestellt. Die Volksrepublik habe sich nicht verschlossen, sondern immer weiter für internationale Unternehmen geöffnet, hieß es weiter in der Erklärung des Handelsministeriums. Ignorierten die USA jedoch diese Tatsachen und verletzten die Regeln des internationalen Handels sowie das wirtschaftliche Verhältnis, werde China reagieren. „Die chinesische Seite wird nicht tatenlos zusehen, sondern angemessene Maßnahmen ergreifen, um entschieden die legitimen Rechte und Interessen Chinas zu verteidigten“, kündigte das Ministerium an.

Das Vorgehen der USA werde das Verhältnis zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt belasten, sagt Professor Cheng Xiaohe von der Fakultät für Internationale Beziehungen an der Pekinger Volksuniversität. „Es wird einige Zeit vergehen, bis die US-Untersuchung Ergebnisse liefert. Aber die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China leiden direkt“, sagte Cheng dem Handelsblatt.

Natürlich sei Chinas Wirtschaft nicht in allen Belangen offen. Doch auch die USA verhinderten den Export einiger Hochtechnologie an die Volkrepublik, argumentiert Professor Cheng. „Es wäre unfair, die Schuld nur auf einer Seite zu sehen“, sagt der Politikwissenschaftler. Harte Sanktionen seien unwahrscheinlich. „Damit würden sich die USA selbst schaden.“ Schließlich sei die Wirtschaft der beiden Länder eng miteinander verwoben.

Die internationale Großbanken-Organisation IIF (Institute of International Finance) in Washington hatte Trump vor Sanktionen gewarnt, da diese auch US-Firmen treffen würden. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet Nachteile für die deutsche Wirtschaft durch einen Handelskrieg zwischen den USA und China. „Ein Streit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt hätte auch für die deutsche Wirtschaft negative Auswirkungen“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Schweitzer verwies auf die enge wirtschaftliche Verflechtung Deutschlands mit den USA und mit China. „Deutschland verbindet mit beiden Ländern ein Handelsvolumen von jeweils fast 170 Milliarden Euro“, sagte er. Die insgesamt 335 Milliarden Euro stünden für mehr als 15 Prozent des gesamten Außenhandels.

Alle müssten sich an die Spielregeln der Welthandelsorganisation WTO halten, mahnte Schweitzer. Das gelte sowohl für den Ansatz „America First“ von US-Präsident Donald Trump also auch für faire Wettbewerbsbedingungen in der Volksrepublik. Die WTO müsse daher gestärkt werden, um solche strittigen Fragen klären zu können, forderte der DIHK-Präsident. „Denn ein Handelskrieg würde nur Verlierer kennen.“

US-Präsident Donald Trump ordnete am Montag eine Überprüfung des Umgangs Chinas mit geistigem Eigentum an. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hat nun ein Jahr Zeit zu prüfen, ob es eine formelle Ermittlung geben soll. Diese könnte in Strafmaßnahmen wie höhere Zölle auf chinesische Importgüter münden. Hintergrund sind unter anderem Auflagen der Volksrepublik für ausländische Firmen, wonach diese chinesischen Partnerunternehmen Zugang zu ihrer Technologie gewähren müssen und damit zu geistigem Eigentum.

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14 Kommentare zu "Warnung vor Handelskrieg: China zeigt Trump die Grenzen auf"

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  • Trump richtet jeden Tag mehr Schaden an.

  • "Die WTO-Regeln" werden von China ständig unterlaufen:

    Fragen Sie einmal die ehemals in der Solar-Industrie Beschäftigten, die in Deutschland durch staatlich finanzierte, chinesische Dumpingpreise ihren Job verloren haben.

  • Um es ganz deutlich zu sagen:
    Von einem Krieg - weder einem Handelskrieg noch einem heißen Krieg - profitiert immer nur ein verschwindend geringer Teil von Menschen - während er die Allermeisten schädigt.
    Wenn Sie in kollektivistischen Begriffen wie "China" und "Amerika" denken, dann haben Sie bereits den entscheidenden Fehler begangen! Staaten sind NIEMALS Handelnde! Einzig und alleine Individuen können handeln!
    Wenn Sie von "China" und "USA" als Handelnden sprechen, sind es TATSÄCHLICH jedoch immer nur Individuen aus der jeweiligen ReGIERung!
    Für einen FREIHANDEL, der seinen Namen wirklich verdient, bräuchten wir daher auch kein korporatistisch zwischen ReGIERungs-Individuen und Lobbyisten-Individuen ausgeküngeltes Abkommen: chinesische Marktteilnehmer und amerikanische Marktteilnehmer würden nämlich ganz einfach frei miteinander Handel treiben - wenn "der Staat" (= in diesem Fall die staatlichen Machthaber) sie denn einfach frei Handel treiben ließe!

  • Ein paar Anmerkungen:
    1. chinesische Kaufleute sind die besten (und rücksichtslosesten) der Welt
    2. In fast jedem Land gibt es erfolgreiche, pressescheue, chinesische Investoren
    3. die USA haben über Jahrzehnte Konsumgüterindustrie durch Gewerkschafts- und Umweltschutzforderungen nach China verlegt, wo diese Kosten nicht entstehen
    4. Es gibt z.B. bei Walmart fast keine Produkte mehr, die in den USA hergestellt werden
    5. Bei einem Handelskrieg würde Walmart (hier stellvertretend für den gesamten Konsumgüterhandel) über viele Jahre schwere Probleme bekommen, seine Regale zu füllen
    6. Viele Menschen kaufen nicht umweltbewusst, sondern billig, ohne sich über den Schaden bewusst zu sein.
    7. Die Produktion zurück in die USA zu holen, würde Produkte wesentlich verteuern, aber auch wesentlich mehr Arbeitsplätze und wesentlich weniger Wegwerfkonsum bringen
    8. China´s Wirtschaft würde kollabieren, da die Chinesen selbst nicht so viel konsumieren können
    9. Anleihegläubiger sind heute nicht mehr so hoch und sicher gestellt, wie es früher üblich war. Tatsächlich ist China durch die Höhe seines US-Anleihebesitzes erpressbar geworden wie die US-Banken beim GM-Skandal. Wenn die Anleihen nicht zurückgezahlt werden, bricht China wirtschaftlich zusammen
    Fazit: Jeder verliert in einem Handelskrieg, aber langfristig würden die USA und die Umwelt von einem Handelsboykott profitieren, China müsste auf einen Großteil seiner heutigen Profite verzichten. Es besteht also kein zwingender Grund, sich von China erpressen zu lassen. Das Ziel muss Trump´s Plan sein, ein faires Vertragswerk zu erstellen, an das sich alle halten.

  • Von mir aus kann der Handelskrieg gerne losgehen ;-))
    China als größter Gläubiger der USA (nach der FED), sollte als erstes damit anfangen, den USD nicht nur sukzessive in Realwerte (wie Firmen- und Minenbeteiligungen, Ländereien ("Land Grabbing"), Patente usw.) umzutauschen, sondern ihn "in einem Rutsch" abverkaufen. Wer würde denn dann den ganzen Dollar-Schulden-Müll überhaupt noch kaufen? Ach so, Janet Yellen stünde vermutlich "Gewehr bei Fuß", aber dadurch würde der Export der Dollar-Inflationierung, den die Amis über Jahrzehnte "dank" dem Status des USD als WeltLEIDwährung betreiben konnten, schlagartig enden - die Inflationierung würde "repatriiert":
    https://www.youtube.com/watch?v=y-IemeM-Ado
    Das heißt auf gut Deutsch: "Die Amerikaner werden das Wort Weimar lernen, und dass die Welt außer von Bomben auch von Papier brennen kann." (Roland Baader)
    Lasst die Spiele beginnen!

  • Sehr geehrte Frau Kah,

    vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Berichterstattung. Natürlich geht es hier um politische Rhetorik. Der US-Präsident spricht Drohungen aus und Peking kontert. Bei einem Handelskrieg hätten beide Seiten sehr viel zu verlieren. Die internationale Großbanken-Organisation IIF hat kürzlich in einer Studie ausführlich vor den schlimmen Konsequenzen von Sanktionen gegen China für US-Unternehmen gewarnt.

    Grüße aus Peking,
    Stephan Scheuer

  • Sehr geehrter Herr Scheuer,

    müssen Sie nicht selbst lachen? Beispielsweise über Ihre Überschrift "China zeigt Trump die Grenzen auf". Ich biete Ihnen als Alternative "Getroffene Hunde bellen an". Denn eigentlich sollten Sie wissen, dass bei einem etwaigen Handelskonflikt China weit mehr zu verlieren hat als die USA.

    China demonstriert nicht seine Stärke, sondern dummes Geschwätz. Oder glauben Sie wirklich, dass eine Untersuchung chinesischer Handelspraktiken gegen die WTO-Regeln verstößt?

    Ich bin wirklich alles andere als ein Freund von Donald Trump. Aber seit 30 Jahre lese ich die Klagen deutscher Mittelständler, dass ihre Patente und ihr know how von chinesischen Wettbewerbern geklaut werden. Und bei ihren Besuchen in China sagt unsere verehrte Bundeskanzlerin dann 2 Sätze über geistiges EIgentum, die die chinesische Führung natürlich überhört. Soll es dabei bleiben? Sollen wir uns bis zum Ende aller Tage beklauen lassen? Oder dürfen wir uns wehren?

  • Die meisten amerikanischen AN L E I H E N besitzt die Volksrepublik China.
    Allein darüber lohnt es sich nach zu denken, und dann kann welches Land auch immer, seine voreiligen Schlüsse ziehen.
    Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht.

  • Eine Untersuchung lässt unter anderem Unternehmer zu Wort kommen, die in China Geschäfte machen. Und um die geht es letztlich, nicht um Kneipengänger. Also warten Sie einfach die Untersuchung ab, oder noch besser, machen Sie Ihre eigene Untersuchung. Betroffene Unternehmen gibt es auch in Ihrer Gegend. Meine Erfahrung beruht auf Gesprächen mit 2 Dutzend Betroffenen. Nicht viel, aber es vermittelt einen Eindruck.

  • Wer kennt von den Lesern die vertraglich vereinbarten Regeln wirklich. Alle werfen mit Schlagworten wie Regelverletzung etc. um sich. Dabei wird vergessen, dass jeder Vertrag mit Kompromissen und Formelkompromissen gespickt ist. Das lässt jeder Partei Interpretationsspielraum. Natürlich zu seinen "vermeintlichen" Gunsten. In der Außenpolitik fällt auf, dass neben anderen die USA gerne die Welt zweiteilt: in Gute und Böse. Das ist nicht nur eine Eigenart von Trump, nur bei ihm fällt sie besonders auf. - Weniger Schaum vorm Mund täte allen gut.

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