Warnung vor weiterem Taifun
Birma droht neues Unheil

Hunderte Experten der Vereinten Nationen und privater Hilfsorganisationen warten seit Tagen vergeblich auf Einreisegenehmigungen in das schwer verwüstete Birma. Doch das Militär will Hilfe nur aus den Nachbarländern Bangladesch, China, Indien und Thailand akzeptieren. Dabei droht dem Land schon eine neue Katastrophe.

HB BANGKOK. Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Zyklon „Nargis“ droht Birma schon wieder ein Wirbelsturm. Das Taifun-Warnzentrum der US-Marine auf Hawaii warnte am Mittwoch vor einem Tief rund 30 Seemeilen südwestlich der Hafenstadt Rangun. Das Tief habe das Potenzial, sich zu einem neuen Zyklon zu entwickeln.

Zyklon „Nargis“ war in der Nacht zum 3. Mai über die Südküste von Birma gezogen und hatte verheerende Schäden angerichtet. Mehr als 34 000 Menschen kamen uns Leben, 27 000 werden noch vermisst. Hunderttausende wurden obdachlos. Viele warteten angesichts der schleppenden Hilfe des birmanischen Militärs eineinhalb Wochen später noch auf erste Hilfsleistungen.

Birma hat eineinhalb Wochen nach dem tödlichen Zyklon „Nargis“ 160 Katastrophenhelfer aus den Nachbarländern Bangladesch, China, Indien und Thailand angefordert, berichtete das Uno-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) in Bangkok. Gleichzeitig warten hunderte Experten der Vereinten Nationen und privater Hilfsorganisationen aus anderen Ländern seit Tagen vergeblich auf Einreisegenehmigungen, um den mehr als 1,5 Millionen Überlebenden des Zyklons zu helfen.

„Birma hat gezielt die Nachbarländer aufgerufen zu helfen“, sagte OCHA-Sprecherin Amanda Pitt. Die Länder gehören zu den wichtigsten Handelspartnern Birmas. Sie haben sich in der Vergangenheit mit Kritik an dem Militärregime zurückgehalten, während europäische Länder und die USA die Menschenrechtslage immer wieder angeprangert und Sanktionen verhängt haben. Birma hatte kurz nach der Naturkatastrophe um internationale Hilfe gebeten. Allerdings muss das Material dem birmanischen Militär zur Verteilung ausgehändigt werden.

Nach Angaben von Pitt kommen die Hilfsgüter zwar nach und nach im Katastrophengebiet an, doch seien längst nicht alle Bedürftigen versorgt. Das Uno-Welternährungsprogramm WFP schätzt, das 750 000 Menschen Essensrationen brauchen. Bislang seien aber erst 50 000 Menschen erreicht worden.

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