Warnung vor Zahlungsunfähigkeit
Zypern erhöht Druck auf Euro-Retter

Zypern hofft auf Finanzhilfen von bis zu 300 Millionen Euro. Ansonsten droht dem Euro-Mitglied laut eigener Darstellung die Zahlungsunfähigkeit. Regierungsmitarbeiter sollen offenbar im Dezember auf Geld verzichten.
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NikosiaOhne eine zügige Zusage über internationale Finanzhilfen droht dem Euro-Mitglied Zypern nach eigener Darstellung noch in diesem Jahr die Zahlungsunfähigkeit. Sollte das Land nicht „in den kommenden Tagen“ 250 bis 300 Millionen Euro erhalten, könne die Regierung unmittelbar anstehende Schuldrückzahlungen nicht leisten, sagte Christos Patsalides, ein Verantwortlicher des Finanzministeriums, am Montag vor dem Parlament in Nikosia.

Die Regierung hat laut Staatssekretär Patsalides keinen Plan B für den Fall, dass die derzeitigen Verhandlungen mit der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) scheitern. Insgesamt liege der unmittelbare Finanzbedarf bei 420 Millionen Euro. Allerdings sei es Zypern gelungen, 170 Millionen Euro aus Quellen von „außerhalb“ einzusammeln, sagte Patsalides.

Ende November hatte Finanzminister Vassos Shiarly erklärt, Zypern benötige 17 Milliarden Euro über eine Vierjahresperiode bis einschließlich 2016. Die Summe entspricht fast dem Bruttoinlandsprodukt des Mittelmeerlandes. Derzeit untersucht die Troika den Hilfsantrag Zyperns, der am 21. Januar der Euro-Gruppe vorgelegt werden soll. Selbst bei einem positivem Bescheid würde es allerdings noch Wochen dauern, bis das Geld Nikosia erreicht.

Derweil geht dem Land nach Angaben aus dem Finanzministerium das Geld für die Löhne der Regierungsangestellten aus. Die Mitarbeiter müssten möglicherweise in diesem Monat auf ihr Gehalt verzichten, sagte Patsalides. Er rief Staatsunternehmen dazu auf, der Regierung rund 250 Millionen Euro aus ihren Pensionsfonds zu leihen.

Ohne das Darlehen wäre die Kreditwürdigkeit des Landes demnach durch einen „punktuellen Zahlungsausfall“ gefährdet. Mithilfe des Geldes könne die Regierung die Gehälter bis Ende Februar weiter zahlen, sagte er.

 
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Warnung vor Zahlungsunfähigkeit: Zypern erhöht Druck auf Euro-Retter"

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  • @Rechner

    Sie haben es nicht verstanden. Etwas "Illegales" wird nicht legal, wenn irgendwelche Politiker in Brüssel beschließen "so, das machen wir". Wenn Schäuble Steuergeld nach Griechenland oder Zypern schickt, dann ist und bleibt es illegal. Es ist eine Straftat (Veruntreuung von Steuergeld). Mag ja sein, dass der Eurofanatiker Schäuble so den Euro retten will, aber es ist und bleibt eine illegale Tat. Eine Straftat.

    Mit "alles was ich für richtig halte(mag) ist legal" kommen eben sie NICHT durch.

    Mitterweile verhält sich auch das Bundesverfassungsgericht wie die "drei Affen". Das ändert den Tatbestand aber nicht.

  • Wir retten alle!
    ===============
    Dafür arbeiten wir auch gerne bis 150.
    150-jährige griechische und zypriotische Rentner erhalten dann noch ihre Pension/Rente und "scheinblinde" Taxifahrer fahren uns ins Hotel.
    Und wir sollten auch Somalia, Uganda und Nord Korea in die EU und den TEuro aufnahmen; sie haben es verdient!

  • Wir müssen russisches Schwarzgeld retten
    ===================================
    koste es, was es wolle!
    Zypern benötigt "nur" 17,5Mrd€? Darf's auch doppelt so viel sein? Wir - die EU, und insbesonders Deutschland - geben doch gerne! Wir können/wollen doch nicht zulassen, daß die "Steueroase Zypern" ausdrocknet und die Russenmafia etwa Geld verliert; das geht doch nicht!
    Wie schon bei Griechenland, hat das ZK der EUdSSR beschlossen, daß das Geld nach Zypern fließt, und zwar OHNE Bedingungen der "man in black"!
    Dafür arbeiten wir dann gerne bis 80 und lassen unsere Schulen, Kitas,Straßen,Infrastruktur, etc. verfallen.
    Denn Zypern ist SYSTEMRELEVANT! Und die Retung Zyperns ist ALTERNATIVLOS! Denn "scheitert der TEuro, dann scheitert TEuropa! Und wenn TEuropa scheitert, dann droht KRIEG!
    Und das wird das Merkel - sie ist die "beliebteste Politikerin" des ClubMed - niemals zulassen.

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