Warnung vür übertriebenen Wechselkursschwankungen
Auf G-7-Treffen keine neue Haltung in Wechselkurs-Fragen

Auf bevorstehenden Treffen Anfang Oktober in Washington wollen die sieben führenden Industrieländer (G-7) nach Informationen aus Kreisen der deutschen Delegation keine neue Haltung in Wechselkurs-Fragen formulieren.

HB FRANKFURT/M. Demnach würden die G-7 in ihrer Abschlusserklärung in der Passage zu den Devisenmärkten unverändert vor übertriebenen Wechselkursschwankungen warnen und auf flexiblere Wechselkurse drängen - ohne dabei aber explizit die Wechselkursbindung Chinas oder anderer Länder Ostasiens an den US-Dollar zu kritisieren.

„Die Formulierung von Boca Raton ist gut, dabei kann es bleiben und Änderungen sind nicht zu erwarten. Wir hätten nach wie vor einen ausreichenden Druck auf China zu flexibleren Kursen“, hieß es am Freitag in Kreisen der deutschen Delegation. Die G-7 hatten nach den Treffen in Boca Raton im US-Staat Florida vor einem Jahr und zuletzt im April in Washington übertriebene Wechselkursschwankungen als schädlich für die Weltwirtschaft bezeichnet und allgemein eine größere Flexibilität der Wechselkurse gefordert. China entsendet seinen Finanzminister und seinen Zentralbank-Chef zu einem gesonderten Treffen am Rande des G-7-Gipfels.

Grundsätzlich sei es nicht ratsam, im Vorfeld des G-7-Treffens mit Blick auf China und dessen seit 1995 fest an den Dollar gebundene Währung einen zu hohen Erwartungsdruck aufzubauen, hieß es in den Kreisen weiter. „Egal was nächste Woche besprochen wird, die Chinesen werden nicht sofort reagieren, sondern erst später und dann aus eigener Überzeugung.“ China ließe insgsamt die Bereitschaft erkennen, über einen flexibleren Kurs des Yuan nachzudenken. Ein Instrument wäre beispielsweise die Kopplung nicht nur an eine einzige Währung, sondern an einen Währungskorb.

Nicht nur der Yuan, sondern auch andere wichtige Währungen in Südostasien sind fest an den Dollar gekoppelt, was gerade die Europäer beklagen, da sie darin ihre Exportwirtschaft beeinträchtigt sehen. In den USA wird die Dollar-Schwäche im Präsidentenwahljahr gelassener gesehen, da sie die Wachstumsaussichten der weltgrößten Volkswirtschaft tendenziell verbessert. Mitglieder der G-7 sind die USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan.

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