Warnungen ohne aktuellen Anlass
Terroralarm auf Grund veralteter Informationen

Die Terrorwarnungen, die am Montag zu verstärkten Sicherheitsmaßnahmen New York und Washington führten, sind offenbar mehrere Jahre alt und datieren zum größten Teil aus der Zeit vor den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001. Das geht aus US-Presseberichten hervor.

HB WASHINGTON. Die Sicherheitsmaßnahmen sind seit Sonntag in Kraft, als die Regierung vor Autobombenanschlägen auf wichtige Finanzzentren warnte, darunter die New Yorker Börse und die Zentrale der Citigroup. Dabei berief sie sich auf Pläne, die bei einer Razzia gegen El Kaida-Sympathisanten in Pakistan konfisziert worden waren. Die Medien berichteten ausführlich über die Hochsetzung der Alarmstufe von "gelb" auf "orange", die zweihöchste Terrorwarnstufe. Dafür gab es allerdings keinen aktuellen Anlass: Die Informationen sind von den Terroristen vermutlich in den Jahren 2000 und 2001 gesammelt worden. Das berichteten heute „New York Times“ und „Washington Post“ übereinstimmend. Dabei beriefen sie sich auf Mitglieder der Geheimdienste und Ermittlungsbehörden.

„Nichts von dem, was wir zurzeit hören, ist neu“, sagte ein hochrangiger Beamter der „Washington Post“. Er wisse nicht, wieso die Alarmstufe heraufgesetzt worden sei. Auch die Beraterin des Weißen Hauses für Heimatschutz, Frances Townsend, bestätigte, dass die Pläne mehrere Jahre alt seien. Allerdings seien sie möglicherweise erst Anfang des Jahres aktualisiert worden.

Doch nur eine Information, über deren Inhalt die ungenannten Behördenmitarbeiter keine Auskünfte geben wollten, soll tatsächlich neu sein. Ebenfalls nicht mitgeteilt wurde, ob El Kaida sie möglicherweise aus öffentlich zugänglichen Quellen beschafft hat. Dennoch geben die Behörden auch heute keine Entwarnung. Die Informationen gäben weiterhin Anlass zur Sorge. Mit ihrer Hilfe könnten die Terroristen immer noch in Manhattan, Washington und Newark zuschlagen. El Kaida habe seine Terrorattacken wiederholt erst Jahre später ausgeführt, nachdem sie mit der Überwachung eines potenziellen Ziels begonnen hätten.

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