Warschauer Klimakonferenz Offene Fragen und kleine Erfolge

Die Warschauer Klimakonferenz soll nicht als Debakel in die Geschichte eingehen. Nach den Negativschlagzeilen verkünden die Delegierten kleinere Erfolge – und richten sich auf eine Verlängerung ein.
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Protestanten maskieren sich als US-Präsident Barack Obama, Japans Premierminister Shinzo Abe und Angela Merkel. Quelle: dpa

Protestanten maskieren sich als US-Präsident Barack Obama, Japans Premierminister Shinzo Abe und Angela Merkel.

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WarschauNach vielen Rückschlägen bei der UN-Klimakonferenz in Warschau haben die Delegierten zum Abschluss um einen Minimalkonsens gerungen. Das Gerüst für einen Weltklimavertrag, der 2015 in Paris vereinbart werden soll, erschien am Freitag aber weiterhin wackelig. Es gebe noch „relativ offene Formulierungen“ in dem Papier dafür, sagte der deutsche Chefverhandler Karsten Sach am offiziell letzten Verhandlungstag. Auch der Text zum Thema Finanzen „sieht noch relativ unorganisiert aus“. Zugleich verwies Sach aber auf Erfolge bei den beiden Themen Waldschutz und Anpassung ärmerer Staaten an den Klimawandel. Die Beteiligten richteten sich auf eine Verlängerung bis Samstag ein.

Die Zerstörung der Wälder setzt große Mengen Kohlendioxid frei. Daher wollen Industrieländern ärmere Staaten finanziell darin unterstützen, ihren Wald zu erhalten. Das Waldpapier (REDD+) sei technisch abgeschlossen, auch in Fragen der Finanzierung, betonte Sach.

Auch der in Geldnöte geratene Anpassungsfonds kann nun weiterbestehen und Projekte in ärmeren Staaten finanzieren. Deutschland und andere Industrieländer versprachen, noch für dieses Jahr Geld, um die seit zwei Jahren bestehende Finanzlücke von 100 Millionen Dollar (74 Millionen Euro) zu füllen. Aus diesem Topf fließen Hilfen für ärmere Staaten, um sie bei der Bewältigung der Klimafolgen zu unterstützen. Allein Deutschland will umgerechnet gut 40 Millionen Dollar geben. Der Schritt der Industrieländer war vor allem wichtig, um das Vertrauen der Entwicklungsländer in den Verhandlungsprozess zu erhalten.

Während ein Großteil der Umwelt- und Entwicklungsorganisationen bereits am Donnerstag unter Protest die Konferenz verlassen hatte, sah Alden Meyer von der Organisation Union of Concerned Scientists noch „Möglichkeiten, hier etwas heraus zu holen“. Enttäuscht zeigten sich die auf der Konferenz verbliebenen Vertreter des internationalen Klimaschutznetzwerks CAN, dass die derzeit diskutierten Vorstellungen zu finanziellen Hilfen hinter den ursprünglichen Fassungen zurück blieben.

Reiche Staaten sollen Finanzzusagen geben
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