Warten auf Durchbruch
EZB zieht beim Schuldenschnitt wohl mit

Bislang weigerte sich die Zentralbank mit Händen und Füßen, jetzt bröckelt der Widerstand: Laut einem Medienbericht beteiligt sich die EZB am Schuldenschnitt für Griechenland. Die Verhandlungen gehen weiter.
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Athen/FrankfurtDie Europäische Zentralbank kommt Griechenland in den laufenden Schuldenverhandlungen einen großen Schritt entgegen: Nach Informationen des Wall Street Journal hat sich die EZB bereit erklärt, sich an dem Schuldenschnitt zu beteiligen. Bisher hatte die EZB das stets abgelehnt.

Konkret geht es um die griechischen Staatsanleihen, die die Zentralbank im vergangenen Jahr am Sekundärmarkt zu Preisen deutlich unter dem Nennwert erworben hatte. Laut Schätzungen bezahlte die Notenbank für Anleihen mit einem Nominalwert von rund 50 Milliarden Euro nur etwa 38 Milliarden.

Würde die EZB diese Anleihen bis zur Endfälligkeit halten, könnte sie mit ihrer Rettungsaktion sogar einen Gewinn verbuchen. Auf dieses Geld wolle die EZB jetzt verzichten, schreibt das Wall Street Journal und beruft sich auf Personen, die über die laufenden Umstrukturierungsverhandlungen unterrichtet seien. Im Raum steht eine Summe von elf Milliarden Euro.

Die Gespräche der führenden Parteien in Griechenland über die Bedingungen für das neue 130-Milliarden-Euro schwere Rettungspaket werden heute Vormittag fortgesetzt. Wie aus Regierungskreisen verlautete, werde Regierungschef Lukas Papademos die Vertreter der großen Parteien ab 11.30 Uhr in Athen treffen. Besprochen werden soll dann ein mit EU und IWF abgestimmter Entwurf für weitere Reformen, hieß es in den Kreisen weiter. Die meisten Punkte seien bereits geklärt. Die Politiker sollen bei dem Treffen die Möglichkeit haben, sich bei einzelnen fiskalischen Maßnahmen für konkrete Optionen zu entscheiden.

Eigentlich sollte das Treffen bereits am Dienstagabend stattfinden. Es wurde aber überraschend verschoben, weil wichtige Unterlagen nach Angaben von Teilnehmern nicht rechtzeitig vorlagen. Die Verhandlungen über die Bedingungen des neuen Rettungspaket gestalten sich äußert holprig. Treffen wurden mehrfach verschoben, Fristen sind verstrichen. In Kreisen der Euro-Zone hieß es, das Gesamtpaket müsse auf jeden Fall vor dem 15. Februar unter Dach und Fach sein, sonst droht dem hoch verschuldeten Land die Staatspleite.

Unterdessen gingen auch die Verhandlungen zwischen griechischen Vertretern und privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt weiter. Nach einem Treffen am Dienstagabend sagte ein Sprecher der Gläubigerseite, die Gespräche verliefen „konstruktiv.“ Details wurden nicht bekannt. Teilgenommen hatten der griechische Ministerpräsident und Finanzminister sowie auf Gläubigerseite Vertreter des Internationalen Bankenverbands IIF. Zu ihnen zählten Geschäftsführer Charles Dallara und der Vorsitzende des Verbandes, der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Chef-Unterhändler Dallara und Jean Lemierre sollten am Mittwoch nach Paris reisen. Die Beratungen mit Investoren und Gläubigern würden fortgesetzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @AnonymerNils. Das scheint mir das Neueste vom Neuen. Sie verlangen aber sehr viel, für einen ausgestellten Blankoscheck, der wahrscheinlich, wenn überhaupt, nur mit Mühe eingelöst werden kann.

  • ... Anleihen bis zur Endfälligkeit halten. Mit dem Ende der EU und dahingehend auch der EZB, dem gleichen Gebilde wie die FED auf deutschem Boden, rechnet offensichtlich niemand. Da frage ich mich nun wirklich, was meinen die Vordenker immer mit "a worst case"?

  • Dann hätte der deutsche Steuerzahler meine Bank retten müssen. So läuft das doch. Oder habe ich das System etwa nicht verstanden ??? ;-))

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