Was nützt die Liebe in der Politik? - China: „Ohne Geliebte bist du kein echter Mann“

Was nützt die Liebe in der Politik? - China
„Ohne Geliebte bist du kein echter Mann“

Egal ob schwul oder verheiratet: Wer in China in der Politik etwas werden will, der braucht eine Geliebte – um anzugeben. Doch auf keinen Fall dürfen Zweit- und Drittfrauen in die Presse geraten. Teil zwei unserer Serie.
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PekingFrankreichs Präsident Francois Hollande ist bei weitem nicht der erste oder einzige Staatsmann, der sich eine Liebelei leistet. Es ist auch nicht die erste Affäre, die in der Öffentlichkeit breitgetreten wird. Und doch gehen die Nationen ganz unterschiedlich mit dem Verhalten ihrer Premiers und Präsidenten und deren Seitensprüngen und Freundinnen um. In einer täglichen, kleinen Serie erzählen unsere Korrespondenten aus China, Italien, Japan, Amerika, Südafrika, Deutschland und Japan von den Liebes-Gepflogenheiten der Politiker in ihrem Land. Heute berichtet unser China-Korrespondent Finn Mayer-Kuckuk aus Peking.

In China gehört eine Geliebte fest zum Lebensstil der Beamtenklasse dazu. Einer Studie der Renmin-Universität in Peking zufolge haben sechs von zehn korrupten Beamten zusätzlich zur Ehefrau eine feste Freundin, und praktisch alle haben Affären außerhalb der Ehe. „Wenn du eine bestimmte Position hast, dann brauchst Du auch eine Geliebte“, plaudert eine Szene-Kennerin. „Ansonsten halten deine Kumpel Dich nicht für einen echten Mann.“ Sie wisse von einem Beamten, der eigentlich schwul ist – sich aber zusätzlich zur Ehefrau noch eine vorgebliche Geliebte hält, um mit ihr bei den anderen Genossen anzugeben.

Die chinesische Sprache macht hier feine Unterscheidungen. Die „Xiaosan“, die „kleine Dritte im Bunde“, ist dabei eine echte Freundin: Oft mag sie den Beamten wirklich (zumindest ein bisschen), und würde ihn gerne heiraten. Xiaosan rächen sich immer wieder an ihren Liebhabern, indem sie die Beziehung in die Öffentlichkeit bringen – ein Fest für die Klatschspalten.

„Ernai“, Zweitfrauen, gehen die Sache dagegen nüchterner an. Sie kommen meist vom Lande und haben es mehr aufs Geld abgesehen – ihre Gefühle sind meist vorgetäuscht, was auch der Mann durchaus weiß. Beiden Typen von Geliebten erwarten von ihrem Gönner materielle Zuwendungen wie ein Apartment, ein schnittiges Auto, Schmuck, Bargeld und luxuriöse Reisen.

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„Ohne Geliebte bist du kein echter Mann“

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Die Ehefrauen ärgern sich, machen aber keine Aufstand

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  • Wie ist es eigentlich in Deutschland? Brand hat keine Flasche ungeöffnet zurückgegeben; Schmidt hat wohl zu sehr an seinen Pfeifen gesaugt und Kohl hat alles maßlos genossen oder wie? Schröder hat zu jeder Beförderung ne Neue geehelicht und sein Futsi rannte sich den Speck weg um die kleinen noch umarmen zu können. Nur Merkel schlägt wohl aus der Reihe...

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