Was wäre wenn?: Wenn Amerika über die Klippe springt

Was wäre wenn?
Wenn Amerika über die Klippe springt

Der Countdown läuft: US-Präsident Barack Obama und den Republikanern bleibt nur noch wenig Zeit, um sich in Sachen Staatshaushalt zu einigen. Doch was passiert eigentlich konkret, wenn die Parteien keine Lösung finden?
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BerlinDie Zeit ist denkbar knapp. Vier Tage bleiben den Parteien in Washington noch, sich zu einigen. Finden Präsident Barack Obama und die Republikaner keinen Kompromiss im Streit um den Staatshaushalt für das kommende Jahr, stürzen die USA über die Klippe.

Fiscal cliff werden die drastischen Budgetkürzungen und Steuererhöhungen genannt, die dann im neuen Jahr auf das Land zukommen. Sie könnten die USA in eine neue Rezession stoßen. Allein im ersten Halbjahr 2013 würde die Wirtschaftsleistung um drei Prozent schrumpfen, schätzt der amerikanische Kongress. Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft wären dem Internationalen Währungsfonds zufolge "dramatisch". Auch die OECD prognostiziert Schlimmes für die Weltkonjunktur, sollten Washingtons Politiker tatsächlich nicht zu einer Einigung finden.

Doch was genau würde nach dem Jahreswechsel passieren? Ein paar Dinge lassen sich absehen.

Die Schlangen vor den Arbeitsämtern würden wieder länger. Bis zu zwei Millionen Jobs könnten gestrichen werden, schätzt der amerikanische Kongress. Die Arbeitslosenquote würde steigen – von derzeit 7,9 Prozent auf neun Prozent. Langzeitarbeitslose bekämen erst einmal kein Geld mehr: 2,1 Millionen Amerikaner, die länger als sechs Monate arbeitslos gemeldet sind, verlören ihren Anspruch auf Unterstützung.

Auch die Zuschüsse für Hilfsprogramme der einzelnen Bundesstaaten würden ebenfalls zusammengestrichen. Dem Pew Center on the States zufolge träfe das vor allem Bildungszuschüsse, Ernährungsprogramme für Geringverdiener und Sozialwohnungen. Dadurch würden viele Arme noch ärmer.

Auch Amerikas Militär würde schrumpfen. 100.000 Soldaten bei Infanterie, Marine und Luftwaffe müssten entlassen werden. Damit würde die Heeresstärke auf das Niveau von 1940 zurückfallen. Die Flotte hätte so wenige Schiffe wie zuletzt 1915, und die Stärke der Luftwaffe wäre reduziert wie nie zuvor.

Kommentare zu "Wenn Amerika über die Klippe springt"

Alle Kommentare
  • Wenn man das Wort "Fiskal-Klippe" mit dem Wort "Sparprogramm" ersetzt - was es eigentlich bedeutet - dann kommt man bei der Bewertung der Konsequenzen vielleicht zu einem anderen Ergebnis.
    Sparen tut an Anfang weh, aber langfristig, ist es die Lösung

  • Nun, letztendlich wird Präsident Obama das dann wohl alleine entscheiden. Doch die Welt läßt sich ja nicht auf ewig ver-dummen und das Kartenhaus wird zusammenkrachen - eher früher als später.

    Und es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass mittlerweile 45 Staaten in den USA unabhängig werden wollen.

    Diese ganze "Schummelei" wird ein Ende haben
    - GOTT sei DANK
    und auch in Europa wird es in Kürze so weit SEIN.

  • Denken wir an das Modell Griechenland!

    Die amerikanischen Zinsen ziehen drastisch an. Die Kurse der Staatsanleihen fallen drastisch. Die FED kauft die geschundenen Staatsanleihen auf. Eine von der FED noch zu definierende Institution (wie bei uns der ESM) gibt dem Staat einen Kredit, mit dem der Staat die Rückkäufe der FED auslöst.

    Die Staatsschulden der USA erhöhen sich um den letzten genannten Kredit und senken sich um das Nominalvolumen der zurückgekauften Aneihen.

    Das griechische Beispiel unterstellt bedeutet dies:

    + 42 - 100= - 58

    Die USA stehen da, wie zu Anfangszeiten.

    Was heißt das für den Anleger? Raus aus den Staatsanleihen!

    Aber genau aus diesem Grund wird sich der Bundesbankpräsident mit seinem Vorschlag auch Staatskredite mit Eigenkapital zu unterlegen, bei den Staatslenkern keine Freunde machen. Soweit zur Unabhängigkeit der Notenbank von der Politik. Das sieht nach dem größten bisher bekannten Betrug aus.

  • http://derstandard.at/1334795692018/Krisenbedingt-Jeder-siebente-US-Buerger-braucht-Lebensmittelhilfe

    google

    USA Abgrund 1,550.000 Ergebnisse
    USA Schuldensumpf 23.200 Erg.
    USA Zeitbombe 223.000 Erg.
    USA Kollaps 1.530.000 Erg. (von google vorgeschlagen)
    USA Zerfall 916.000 Erg.

    Der erste, der den Zerfall der USA vorhergesagt hat, war Emmanuel Todd (2002). Das Buch hat zwar keinen besonderen Eindruck hinterlassen, aber Todd behält allem Anschein nach Recht.
    Er hatte auch den Untergang des Sowjetreiches prognostiziert.

    So sehen das die Russen:

    http://de.rian.ru/comments_interviews/20081125/118526248-print.html

    Zum Glück lösen wir in Europa unsere Probleme:

    18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken

    http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/print.do

    Zumindest kennen wir sie.

    Und ein interessanter Link für Fiskaltrickser:

    Rätsel um US-Staatsschulden

    http://www.heise.de/tp/artikel/31/31798/1.html


  • Volkswirtschaftlicher Kappes, was Sie da texten!

    Negative Wertschöpfung wenn Autos rosten? Oder verbeult und repariert werden? Natürlich nicht. Volkswirtschaftlich ist das gleichgültig. So gleichgültig wie z.B. die Frage, ob Sie ein gekauftes Buch lesen oder nicht. Das Kaufen ist zunächst entscheidend, nicht die Nutzung.

    Deshalb ist das Bruttosozialprodukt kein direkter Indikator für die Lebensqualität.

  • So so, die Folgen einer Begrenzung der Neuverschuldung sind gering! Was das HB nicht alles zu texten weiß!

    Die Folgen der Weiterverschuldung sind gewaltig! Allein diese potenziellen Schäden zu verhindern, ist ein unermesslicher Gewinn! Hoffentlich also endet die Schuldenorgie bald!

    Die Dummheit des HB aber wird vermutlich nie enden. Als ewiger Büchsenspanner für die Finanzindustrie, die nicht nur bei Riesterrenten etc. die Kunden betrügt, kann das HB nicht anders. Solange die Finanzfuzzies das lustige Blättchen noch kaufen ....

  • Das ist der Fluch des Krieges. Eine Rüstungsindustrie, die den Eigenbedarf für Kriege abdeckt, ist negative Wertschöpfung (d.h. der Staat nimmt Kredit auf, kauft damit Waffen/Munition, die dann zerstört wird => Kredit hat keinen Gegenwert mehr). Blöderweise hänge an dieser Rüstungsindustrie dann noch Jobs (=Einkommensbezieher). Man ist so zu sagen doppelt gef***t.

    Bezüglich der beiden Kriege würde ich sagen, dass die USA es sich sogar leisten konnte. Richtig reingehauen haben die Konjunkturmaßnahmen, Rettungspakete und halt auch Steuernachlässe nach der GFC, die on top draufgekommen ist. Das konnten (können) sich die USA nicht mhr auf Dauer leisten.

    "positive Folge"? Naja kurzfristig gibt es einfach keine positiven Effekte auf die US Wirtschaft. Und langfristig? Nur wenn China mitspielt...

  • Die Fiscal Cliff ist eigentlich egal, weil die Amis so oder so nicht ewig soviel Neuverschuldung erzeugen könnten.

    http://research.stlouisfed.org/fred2/series/GFDEBTN

    - Seit 2000 haben die USA ihre Schulden verDREIfacht.
    - Ab 2001 waren 2 Kriege angesagt => Von 6 auf 9 Billionen bis 2008
    - Ab 2008 kam Konjunkturmaßnahmen HINZU => von 9 auf 16 Billionen bis jetzt

    Die US Politik ist bestimmt ganz froh nicht selber den Rotstift ansetzen zu müssen. Jede Branche die am Tropf des US Haushalts klebt, hat ja auch diese Politiker ins Amt gepusht.

  • Wieso sind die postiven Folgen gering? Den Rüstungswahnsinn der USA zu beschneiden und das exorbitante Defizit zurückfahren ist mehr als überfällig. Soll Amerika so weiterwirtschaften und über seine Verhältnisse leben. Wann muß dann endlich eine Grenze gezogen werden? Bei einer Gazillion Staatsverschuldung? Predigen wir nicht ständig den Euro-Pleitestaaten Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen und die Volkswirtschaft, die die Finanzkrise verursacht hat, soll so weitermachen wie bisher???

  • 'Wenn Amerika über die Klippe springt" würde zunächst einmal garnichts passieren, außer daß das HB weiter Tartarenmeldungen verbreitet, eine solche ist nämlich der ganze Artikel.
    Die steuerliche Seite der Hängepartie würde erst nach Monaten spürbar werden, da die Auswirkungen auf den Haushalt erst 2014 voll wirksam würden - theoretisch.
    Und was den Schuldendeckel anbelangt, würde sich Geithner noch einige Monate über Wasser halten. Auch dessen Folgen würden erst in Monaten statistisch meßbar.
    Obama und der Kongreß werden jedoch weiter hagglen und im Laufe des Jahresbeginns eine Streitfrage nach der anderen abhaken. Die Amis sind Dickschädel, aber keine Masochisten, wenigstens nicht, was wirtschaftliche Fragen anbelangt.
    Die Börse und der $-Kurs werden dabei noch anständig wackeln, aber das kann 95% der Bevölkerung egal sein.
    Im übrigen würde es nichts schaden, wenn dadurch die amerikanischen Bewußtseinstrübungen aufgehellt würden.
    Noch Fragen?

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