Washington soll keine Alternative zum Krieg gehabt haben
CIA-Berichte deuteten auf irakisches Waffenprogramm

Analysen des US- Geheimdienstes CIA von vor dem Irak-Krieg haben US-Kreisen zufolge klar auf die Existenz eines irakischen Programms zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen hingedeutet.

Reuters WASHINGTON. Das gehe aus einem Entwurf eines ersten internen Berichts der CIA zur Arbeit des Geheimdienstes hervor, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Geheimdienst-Kreisen. „Selbst die kritischste Bewertung der Daten hätte wohl nicht zu dem Schluss geführt, dass kein Massevernichtungswaffen-Programm unterhalten wurde“, hieß es. Der Bericht ist eine von mehreren Untersuchungen zu Vorwürfen, die US-Regierung habe Geheimdienstmaterial verfälscht weitergegeben, um Unterstützung für den Krieg zu gewinnen.

„Die Analysten haben sehr gute Arbeit geleistet bei der Darstellung, was sie wussten und was sie nicht wussten“, hieß es in den Kreisen. „Das war durchgängig so, es änderte sich nicht, je näher wir dem Krieg kamen.“ Es sei zudem deutlich gemacht geworden, dass nach dem Abzug der UNO-Waffeninspektoren 1998 viele Informationen nur noch fragmentarisch vorgelegen hätten. Der Bericht wurde unter der Leitung des ehemaligen CIA-Vizechefs Richard Kerr erstellt und untersucht die Irak-Analysen der CIA im Vorfeld des Krieges. Ein zweiter Teil soll die Geheimdienst- Ergebnisse mit der tatsächlich im Irak vorgefundenen Situation vergleichen. Der Bericht wurde von CIA-Chef George Tenet und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im Oktober angeregt.

Die US-Regierung hatte den Krieg unter anderem mit der Existenz eines irakisches Programms zur Herstellung von biologischen und chemischen Waffen begründet und sich dabei auf Geheimdienstinformationen berufen. Seit dem Sturz von Iraks Präsident Saddam Hussein im April ist aber kein Fund derartiger Waffen bekannt geworden. Kritiker haben der US-Regierung vorgeworfen, Vorbehalte der Geheimdienste zu ihren Schussfolgerungen unterschlagen zu haben. Die beiden Kammern des Kongresses haben jeweils ihre eigenen Anhörungen begonnen. Bislang hat dabei kein Geheimdienstmitarbeiter ausgesagt, zur Änderungen seiner Analyse gezwungen worden zu sein.

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