Washington Trump will Militärparade nach französischem Vorbild

Ein Besuch in Paris hat US-Präsident Donald Trump nachhaltig beeindruckt. Eine Militärparade wie Frankreich sie am 14. Juli abhält, will Trump in Washington nachahmen – am 4. Juli, zum US-Unabhängigkeitstag.
2 Kommentare
Ehrentribüne der Parade zum französischen Naitonalfeiertag. In der ersten Reihe: First Lady Melania Trump, US-Präsident Donald Trump, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und dessen Frau Brigitte Macron. Quelle: AP
14. Juli 2017 in Paris

Ehrentribüne der Parade zum französischen Naitonalfeiertag. In der ersten Reihe: First Lady Melania Trump, US-Präsident Donald Trump, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und dessen Frau Brigitte Macron.

(Foto: AP)

WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat am Montag erneut darüber sinniert, eine Militärparade in Washington am Nationalfeiertag (4. Juli) nach französischem Vorbild abzuhalten. Er sprach von der Idee zum Auftakt eines Treffens mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron in New York. Trump ist an diesem Tag zu einer Tagung der Vereinten Nationen in der Stadt.

Trump erinnerte an seinen Besuch in Paris zur Militärparade am 14. Juli. „Es war ein unglaublicher Tag und das zu einem großen Teil wegen etwas, das ich beobachtet habe und das wir am 4. Juli in Washington auf der Pennsylvania Avenue machen könnten“, so Trump. „Wir werden versuchen, es zu übertreffen.“ Es sei wirklich schön gewesen, die unterschiedlichen Waffengattungen und Uniformen anzuschauen, so Trump.

Macron fuhr in der Parade stehend in einem militärischen Kommando-Fahrzeug mit und war von hunderten Reitern umgeben. Bei dem zweitstündigen Militärspektakel fuhren Panzer auf dem Champs-Élysées, während Kampfflugzeuge über der Paradestrecke flogen. Das hatte dem US-Präsidenten imponiert, der das Spektakel anschließend als „super-duper“ bezeichnet hatte.

Geschichtsstunde für Donald Trump
Jets am Himmel
1 von 13

Der 14. Juli ist Nationalfeiertag in Frankreich. In diesem Jahr nimmt auch US-Präsident Donald Trump auf Einladung von Frankreichs neuem Präsidenten Emmanuel Macron an der Militärparade teil.

Reitergarde am Triumphbogen
2 von 13

Gefeiert wird in Frankreich wie in jedem Jahr mit einer Militärparade auf den Champs-Élysées, Volksfesten und Feuerwerken. Eingeführt wurde der Feiertag 1880. Er soll an zwei wichtige Daten der französischen Geschichte erinnern: Zum einen an den „Sturm auf die Bastille“. Damals eroberten Aufständische das königliche Gefängnis in Paris. Der Tag wurde später zum Symbol der Französischen Revolution und läutete das Ende des Absolutismus in Frankreich ein.

Weiterer Anlass
3 von 13

Gefeiert wird aber auch der erste Jahrestag dieses Ereignisses – das Föderationsfest, bei dem die Abgeordneten aller Departments und tausende Franzosen zusammenkamen, um sich feierlich zu versöhnen. Zugleich der Tag, an dem König Ludwig XVI. den Eid auf die Verfassung schwor und die Worte „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ zum universellen Wert der französischen Bevölkerung wurden.

Militärparade
4 von 13

Das Weiße Haus teilte mit, Trump freue sich darauf, die engen und freundschaftlichen Beziehungen mit Frankreich auszubauen, diesen wichtigen Tag mit dem französischen Volk zu feiern und dabei auch an den 100. Jahrestag des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg zu erinnern.

Thunderbirds der US Air Force
5 von 13

Vor den Augen von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump fliegen französische und amerikanische Kampfjets über die Champs-Élysées. Einige der Flugzeuge zeichneten am Freitag im Rahmen einer Militärparade zum Nationalfeiertag die französischen Nationalfarben Blau-Weiß-Rot in die Luft.

In historischen Uniformen
6 von 13

Auch US-Soldaten nehmen an der Parade teil und grüßen die Staatschefs auf der Ehrentribüne. Einige tragen Uniformen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Schweres Gerät
7 von 13

An der Parade nehmen mehr als 3700 Fußsoldaten und mehr als 200 Fahrzeuge teil, wie auch dieser Leclerc-Kampfpanzer.

Trump sagte jetzt, er wolle „eine großartige Parade, um unsere militärische Stärke zu präsentieren“. Er ergänzte, dass einer seiner ersten Anrufe nach der Rückkehr aus Paris der Organisation einer ähnlichen US-Parade gegolten habe. Die Idee habe er auch bereits mit dem Stabschef des Weißen Hauses besprochen, dem ehemaligen General John Kelly.

Die Idee erwähnte er auch in einem Interview mit der Washington Post kurz vor seiner Amtseinführung. „Ein großer Präsident zu sein, hat mit vielen Dingen zu tun – und eine ist, ein großartiger Cheerleader für dieses Land zu sein“, sagte er zum Jahresanfang. „Wir werden den Leuten [...] unser Militär zeigen.“

Bislang ist die Hauptattraktion der Feierlichkeiten zum US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli in der US-Hauptstadt in der Regel ein Feuerwerk und ein Konzert in der Hauptstadt. Viele Paraden in der Hauptstadt haben militärische Elemente, aber in der Regel marschieren Soldaten zu Fuß oder reiten auf Pferden. Großwaffen und Panzer kommen nicht zum Einsatz.

Die letzte große Militärparade in Washington gab es im Jahr 1991, um das Ende des ersten Golfkriegs zu symbolisieren.

  • Bloomberg
Startseite

Mehr zu: Washington - Trump will Militärparade nach französischem Vorbild

2 Kommentare zu "Washington: Trump will Militärparade nach französischem Vorbild"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn Merkel demnächst die trumpsche Erhöhung des deutschen Wehretats durchsetzt, können wir uns auch auf so etwas gefasst machen. Vielleicht freuen sich auch die vielen, vielen deutschnationalen Wutbürger von der AfD darüber, die ja sowieso stolz auf die reifen Leistungen deutscher Soldaten in den beiden, von Deutschland begonnenen Weltkriegen sind.

    Und Putin versteht sowieso keine andere Sprache. Der große Taktikfuchs hat diese Epoche der Aufrüstung auch noch durch seine Unterstützung von Trump eingeleitet. Geile Sache, wenn die Nationalisten regieren.

  • Ich denke, dass ist eine gute Idee. Dann kann der Steuerzahler sehen, was der Staat mit den Steuern so alles macht. Viele Menschen werden stolz auf das eigene Militär sein. Ausländische Staatschefs werden beeindruckt. Deshalb haben nahezu alle Herrscher in regelmässigen Abständen Paraden abhalten lassen.

    Als Soldat (war ich mal) findet man solche Aktivitäten weniger lustig und denkt. dass man die gegebene Zeit besser hätte nutzen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%