Washington
USA geben Milliarden für Grippe-Vorsorge aus

Die USA wollen 7,1 Mrd. Dollar für Vorsorgemaßnahmen gegen eine befürchtete Grippe-Pandemie ausgeben. Präsident George W. Bush stellte eine umfassende Strategie vor, mit der ein Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung im Fall eines plötzlichen globalen Grippe-Ausbruchs verhindert werden soll.

HB WASHINGTON. Bush sagte in Bethesda, dass eine neue Generation von Technologien entwickelt werden solle, um innerhalb von sechs Monaten nach Ausbruch einer Epidemie genug Impfstoff für alle US-Bürger zu haben. Außerdem solle es Gesetze geben, um die Industrie vor Schadenersatzklagen bei lebensrettenden Impfstoffen und Medikamenten zu schützen.

Im Mittelpunkt des Plans stehen eine Verbesserung der Impfvorsorge, ein mögliches Reiseverbot und Restriktionen gegen den Welthandel. Auch sollen die Behörden in den Bundesstaaten genaue Anweisungen erhalten, welche Personen mit den begrenzten Beständen der Antigrippemittel Tamiflu und Relenza versorgt werden sollen. An erster Stelle stehen Beschäftigte in der Produktion von Grippe-Impfstoffen, Ärzte und Pfleger, Polizisten und Rettungssanitäter. Der Plan verlange zudem von jedem Einzelnen einen Beitrag, sich im Fall einer länderübergreifenden Epidemie sinnvoll zu verhalten, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Trent Duffy.

Eine weitreichende Epidemie könnte entstehen, wenn sich der Grippevirus H5N1 so verändert, dass er auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Bislang sind mindestens 62 Menschen an diesem Virus gestorben, die meisten von ihnen hatten intensiven Kontakt mit infiziertem Geflügel. Auch in der Pazifik-Region werden die Vorbereitungen auf den Ernstfall verstärkt. Nach einem Treffen von Katastropheneinsatzstellen der Asiatisch-Pazifischen Gemeinschaft (Apec) sagte der australische Apec-Botschafter Doug Chester, in der ersten Hälfte des nächsten Jahres werde es in der Region ein Manöver geben, bei dem das Verhalten im Fall einer Pandemie eingeübt werde. Auf diese Weise sollen Schwachstellen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit rechtzeitig erkannt werden.

Die chinesische Regierung versprach während der Konferenz in Brisbane eine offene Informationspolitik. Aus den Erfahrungen mit der Lungenkrankheit Sars habe China gelernt, dass man diese Probleme nicht verbergen könne, sagte der Leiter der Behörde für Seuchenkontrolle, Qi Xiaoqiu. Die Behörden seien jetzt darauf vorbereitet, jedes Auftreten der Vogelgrippe schnell zu untersuchen und den internationalen Gesundheitsgremien wie der Öffentlichkeit mitzuteilen.

Am Dienstag wurde ein weiterer Fall von Vogelgrippe aus Japan gemeldet. Dort ergaben erste Tests auf einer Entenfarm in Osaka eine Infektion mit einem Virustyp A, wie ein Beamter der örtlichen Landwirtschaftsbehörde mitteilte. Der Grippevirus A unterteilt sich in die Untertypen H und N sowie ihre jeweiligen Kombinationen. Dazu zählt auch das Virus H5N1, das auf Menschen übertragen werden kann. Auch die Behörden in Kanada meldeten erste Fälle von Vogelgrippe.

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